London (dpa) l Nach der Messerattacke in einer Londoner U-Bahn-Station mit drei Verletzten spricht die britische Polizei von einem Terrorakt. Laut Scotland Yard erlitt eines der Opfer schwere, aber keine lebensbedrohlichen Stichwunden. Der vermutlich 29 Jahre alte Angreifer wurde festgenommen. Medienberichten zufolge rief er bei seiner Tat in der U-Bahn-Station Leytonstone im Londoner Osten: "Das ist für Syrien." Über weitergehende Hintergründe gab es am Sonntag zunächst keine Informationen.

Erst am Donnerstag hatte die Royal Air Force erstmals Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien bombardiert – wenige Stunden nachdem das Parlament in London einer Ausweitung des Kampfeinsatzes zugestimmt hatte. Im Irak fliegt die britische Luftwaffe seit Herbst 2014 Angriffe.

Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Angriff in der U-Bahn Samstagabend kurz nach 19 Uhr. Der Angreifer habe mehrere Menschen mit einem Messer bedroht. In einigen Medienberichten war von einem "großen Messer oder einer Machete" die Rede. Die Polizei machte keine genauen Angaben zu der Waffe. Polizeibeamte griffen mit einer Elektroschockpistole ein, überwältigten den Mann und nahmen ihn fest.

In Großbritannien gilt bereits seit längerem erhöhter Terroralarm. "Wir behandeln dies als einen terroristischen Zwischenfall", erklärte die Polizei zu der Messerattacke. Die Bevölkerung wurde zur Ruhe aufgerufen. "Die Bedrohung durch den Terrorismus bleibt weiterhin hoch, was bedeutet, dass ein terroristischer Angriff sehr wahrscheinlich ist", erklärte die Polizei.

Auf Twitter kursierte ein Video, das eine große Blutlache in einem U-Bahn-Eingang zeigte. In anderen mit Mobiltelefonen aufgenommenen Videos ist zu sehen wie der mit einem grauen Oberteil und einer braunen Hose bekleidete Mann mehrere Polizisten bedroht. Auf einem Twitter-Video ist ein Passant zu hören, der dem Täter zuruft: "Du bist kein Muslim, Kumpel" (engl: You ain't no Muslim, bro) Viele Nutzer machten sich diesen Satz zu eigen, dies sei die Antwort der Londoner auf den Terror, schrieb etwa der "Independent".