Berlin (dpa) l In das großteils stillgelegte öffentliche Leben kommt ein bisschen Bewegung. Bald öffnen kleinere Läden, Buchhandlungen, Friseure und Autohändler, einige Schüler dürfen wieder in die Schulen. Aber der Alltag der Vor-Corona-Zeit ist damit noch lange nicht zurück. Die neue „Normalität“ könnte lange andauern – bis es Medikamente oder einen Impfstoff gibt. Der Corona-Alltag wird geprägt sein von Mund-Nase-Schutzmasken, Abstand in Bussen und Bahnen, Warten vor Geschäften. Und manches ist auch noch unklar.

Einzelhandel:

 

In den Innenstädten gibt es vorerst eine Grenze – die 800-Quadratmeter-Grenze. Denn nur bis zu dieser Verkaufsfläche dürfen ab Montag Geschäfte wieder öffnen, dies gilt unabhängig von der Fläche auch für Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen.

Viele Handelsketten vom Textildiscounter KiK über Deutschlands größten Schuhhändler Deichmann bis zum Marktführer im Buchhandel Thalia stehen in den Startlöchern, um möglichst bereits am Montag wieder zu öffnen. Doch das Einkaufserlebnis wird sich stark verändern, denn es gibt Auflagen: Wie bislang schon im Lebensmittelhandel werden auch beim Mode- oder Bücherkauf künftig Schutzmasken, Abstandsmarkierungen und Einlass-Kontrollen das Bild der Geschäfte prägen – um den Kundenstrom zu regulieren.

Friseure:

 

Viele tragen derzeit „Corona-Matte“ – oder haben selbst zu Schere oder Rasierer gegriffen. Ab dem 4. Mai sollen Salons wieder öffnen. „Die Herausforderung wird natürlich sein, einen Mundschutz für Friseure und für Kunden bereitzustellen“, sagt Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks. „Wir werden außerdem sehen, dass Haarschnitte und andere Dienstleistungen nur am gewaschenen Haar durchgeführt werden können.“ Offen sei noch, ob zwischen den einzelnen Plätzen jeweils ein Stuhl frei bleiben müsse.

Schulen und Kitas:

Bis zum 4. Mai sollen die Schulen – mit Ausnahmen - grundsätzlich geschlossen bleiben. Der Regelschulbetrieb soll dann schrittweise wieder aufgenommen werden, zuerst mit Abschlussklassen und Schülern, die im kommenden Jahr vor Prüfungen stehen, sowie den obersten Grundschulklassen. Viele Fragen aber sind noch offen. So soll noch ein genaues Konzept zu Hygienemaßnahmen, Schulbusbetrieb, Pausenzeiten oder Gruppenaufteilung erarbeitet werden. Kitas bleiben vorerst weiter geschlossen. Die Kinder-Notbetreuung soll aber ausgeweitet werden. Auf welche Berufsgruppen genau, wollen Bund und Länder am Freitag besprechen. Letztlich bleibt das Sache der Bundesländer.

Busse und Bahnen:

Eine Maskenpflicht gibt es jedenfalls vorerst nicht - aber eine „dringende Empfehlung“ von Bund und Ländern, dass Fahrgäste in Bussen und Bahnen eine „Alltagsmaske“ tragen. Die Verkehrsbetriebe wollen Informationen aushängen, Durchsagen machen und digitale Kanäle nutzen, um Kunden zu informieren.

Corona-Tests:

 

Eine wichtige Voraussetzung aller Lockerungen ist, Infektionsketten ausfindig zu machen und Betroffene testen zu können. Die Gesundheitsämtersollen personelle Verstärkung bekommen – in Bayern zum Beispiel mit 4000 Extra-Kräften. Daneben sollten Corona-Tests ausgebaut werden, betonen Mediziner. Ärzte und Pflegekräfte müssten sehr viel häufiger getestet werden, forderte der Verband Marburger Bund.