Hannover/Bremen (dpa) l Sie sind brandgefährlich für historische Gebäude und Naturschutzgebiete und können immensen Schaden beim Menschen anrichten: Wenn Passanten in Partylaune sind oder unter Alkoholeinfluss stehen, steigt das Risiko durch Silvesterraketen und Böller. Inzwischen werden auch zunehmend Rettungskräfte und Polizisten mit Raketen und Böllern angegriffen. Die Stadt Hannover reagiert darauf mit einem neuen Konzept. Auch in anderen Städten wird nun über mehr Sicherheit und Böllerverbote diskutiert.

Hannover

Erstmals verbietet die Landeshauptstadt Hannover aus Sicherheitsgründen das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in einem Bereich der Innenstadt. Dort soll das Mitbringen und erst recht das Zünden von Böllern und Raketen untersagt werden, sagte ein Stadtsprecher. Das Verbot sei eine Konsequenz nach Erfahrungen der vergangenen Jahre. Damals waren Böller inmitten von Menschenansammlungen gezündet und Einsatzkräfte mit Raketen beschossen worden, es gab mehrfach Verletzungen. Über Details zur Verbotszone in der City und zur Einhaltung ihrer Verfügung will die Stadt kommende Woche informieren.

Göttingen

Bereits seit 2016 gibt es ein Böller- und Raketenverbot in der Göttinger Innenstadt, vor allem aus Gründen des Brandschutzes innerhalb des Walls. Inzwischen spielen dabei auch Sicherheitsaspekte für Passanten und Rettungskräfte eine größere Rolle, sagte ein Sprecher der Stadt. Das Verbot gelte auch für ein Gelände am Jonaplatz, an dem es im vergangenen Jahr zu gefährlichen Situationen gekommen war.

Braunschweig

Appelle zur gegenseitigen Rücksichtnahme sollen in Braunschweig zu einem friedlichen Verlauf beitragen. "Für die Sicherheit in der Silvesternacht sind wir alle verantwortlich", heißt es im Aufruf der Stadt. Dennoch wollen Polizei und Ordnungskräfte an öffentlich stark besuchten Orten wie dem Schlossplatz Präsenz zeigen und auf den richtigen Umgang mit Feuerwerk achten. Besucher sollen gefährliches oder fahrlässiges Verhalten melden, die Beamten könnten dann auch Platzverweise aussprechen. Unbekannte Böllerwerfer hatten in der vergangenen Silvesternacht zwei Menschen schwer verletzt. Ein 49-Jähriger hatte die Sehkraft auf einem Auge verloren, eine 21 Jahre alte Frau kann auf einem Auge nur noch hell und dunkel erkennen.

Lüneburg

In der Hansestadt soll es wie im Vorjahr wegen Brandgefahr ein Feuerwerksverbot für den Altstadtbereich geben. Dabei zählen neben dem Brandschutz auch Sicherheitsaspekte: In der Altstadt liegen die größeren und attraktiven Plätze wie der Marktplatz. Damit das Verbot eingehalten wird, sollen Mitarbeiter der Stadt und die Polizei am Silvesterabend die geschützten Gebiete kontrollieren.

Bremen

Lediglich der Marktplatz ist in Bremen knallfreie Zone, allerdings vor allem zum Schutz des historischen Rathauses. Im Vorjahr wurden zwei Männer in Zusammenhang mit Pyrotechnik erheblich verletzt. Weitere Verbotszonen sind das gesamte Hafengebiet sowie der Flughafen im Umkreis von 1,5 Kilometern.