Warschau (dpa) l Die polnische Regierung hat den neuen Vorschlag für einen Gedenkort in Berlin zum deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 begrüßt. Mit Akzeptanz und großer Zufriedenheit habe er die Erklärung seines deutschen Kollegen Heiko Maas (SPD) zu diesem Projekt aufgenommen, sagte Polens Außenminister Jacek Czaputowicz am Dienstag nach einem Treffen der beiden Politiker in Warschau. "Wir nehmen das als ein gutes Zeichen der Absicht, an die sechs Millionen Polen zu erinnern, die während des Zweiten Weltkriegs gestorben sind." Polen sei bereit, an der Konzeption mitzuwirken und sie zu kommentieren.

Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden in Europa und das Deutsche Polen-Institut hatten sich kürzlich mit einem neuen Vorschlag an den Bundestag und die Regierung gewandt. An einem zentralen Ort in der Mitte Berlins solle ein "Platz des 1. September" mit einem Denkmal an den deutschen Überfall auf Polen 1939 erinnern.

Dieses Denkmal soll dann auch der zentrale Gedenkort für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und die Opfer in allen deutsch besetzten Ländern und Gebieten sein, so der Vorschlag. Zusätzlich solle ein Dokumentationszentrum die "individuellen und kollektiven Gewalterfahrungen der unterschiedlichen Gesellschaften und Opfergruppen verständlich" machen und eine vergleichende Sicht ermöglichen, hieß es in der Erklärung zu dem Konzept. Maas sagte, ein Gedenkort für die Opfer des Kriegs und der Besatzung in Polen sei längst überfällig. "Es wäre schön, wenn ein solcher Vorschlag den Weg ebnen würde, dass nicht nur darüber debattiert wird, sondern dass es dazu auch ein Ergebnis gibt." Er habe großes Interesse daran, dass auch die polnische Seite in die aktuelle Diskussion in Deutschland zu diesem Thema eingebunden werde.