Berlin (dpa) l Mehrere Tausend Menschen sind am Freitag in Berlin für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. Die Bewegung Fridays for Future startete mehrere Demozüge und bildete eine Menschenkette um das Rote Rathaus. Daneben setzte auch die Gruppe Extinction Rebellion (XR) ihre Aktionen fort: An einer Demo am Nachmittag beteiligten sich laut einer XR-Sprecherin 2500 bis 3000 Menschen.

Bei Fridays for Future schätzte eine Sprecherin die Teilnehmerzahl auf 600 bis 700 Menschen. Die vornehmlich jungen Demonstranten hielten Schilder mit Aufschriften wie "Tut endlich etwas!" und "Uns ist die Zukunft nicht egal".

Eine Polizeisprecherin sprach von einer Vermischung der Gruppierungen bei einer Vielzahl an angemeldeten Veranstaltungen. Bezüglich der Teilnehmerzahlen verwies sie auf die jeweiligen Organisatoren. Im Einsatz seien mehrere Hundert Polizisten.

XR wollte am Nachmittag vor das Bundesumweltministerium in der Stresemannstraße ziehen. Dort waren Konzerte auf einem Lkw angekündigt, darunter von Bonaparte. Demonstranten wollten den Angaben zufolge versuchen, über Nacht zu bleiben. Gerade dieses Ministerium sei in der Pflicht, "die volle Dringlichkeit und Tragweite der #Klimakrise zu kommunizieren", twitterte XR. Die Bewegung fordert unter anderem, dass der Klimanotstand ausgerufen wird.

Unterdessen begann gegen Mittag die Räumung der seit längerem blockierten Marschallbrücke nahe dem Regierungsviertel. Ein Teil der Menschen verließ die Brücke nach Aufforderung, zudem wurden XR-Aktivisten weggetragen, wie die Polizeisprecherin sagte. Manche hatten sich auf der Brücke an Fässern befestigt, so dass die Einsatzkräfte sie befreien mussten. Dies zog sich auch am Nachmittag noch hin. Bereits an den Tagen zuvor hatten sich Menschen im Zuge der XR-Blockaden angekettet oder -geklebt.

Die Polizei ist am Wochenende auf weitere Aktionen von Extinction Rebellion eingestellt, wie die Sprecherin sagte. Das Protestcamp am Kanzleramt sei noch bis Sonntag angemeldet. Die Umweltschutzbewegung will in zahlreichen Großstädten weltweit mit gewaltfreiem Protest auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam machen. In Berlin hatten die Aktivisten unter anderem den Großen Stern und den Potsdamer Platz besetzt, zeitweise kam es deshalb zu Staus.