Washington (dpa) l US-Präsident Trump hat Kritik an den Kosten der von ihm geplanten Militärschau am Unabhängigkeitstag in Washington zurückgewiesen. Die Kosten „werden sehr gering sein im Vergleich zu dem, was es wert ist“, schrieb Trump auf Twitter. Unter dem Motto „Salute to America“ will der Präsident an diesem Donnerstagabend (Freitagnacht deutscher Zeit) am Lincoln Memorial eine Ansprache halten und das US-Militär würdigen. Geplant sind auch die Ausstellung von Panzern und Überflüge von Kampfjets. Die Veranstaltung ist hoch umstritten. Kritiker werfen Trump vor, die Feierlichkeiten zu politisieren und dem Steuerzahler die Rechnung für das Spektakel zu präsentieren.

Trump schrieb mit Blick auf die Kosten: „Uns gehören die Flugzeuge, wir haben die Piloten, der Flughafen (Andrews) ist gleich nebenan, alles, was wir brauchen, ist der Treibstoff. Uns gehören die Panzer und alles.“ Die Feuerwerke würden von Sponsoren bezahlt. „Es wird die Show des Lebens sein.“ Trump schrieb weiter: „Wir haben die großartigste Wirtschaft der Welt. Wir haben das großartigste Militär der Welt. Nicht schlecht!“ Die Gesamtkosten für die Militärschau sind bislang nicht bekannt.

CNN berichtete unter Berufung auf eine nicht näher benannte Quelle, auch in der militärischen Führung gebe es Sorge über eine Politisierung der Veranstaltung. Im Pentagon habe es auch Bedenken gegeben, gepanzerte Fahrzeuge zur Schau zu stellen. Trump hatte dagegen getwittert, das Pentagon und die militärische Führung seien „begeistert“ darüber, den Amerikanern „das stärkste und fortschrittlichste Militär der Welt“ vorzuführen. Trump-Gegner kündigten eine Protestveranstaltung an.

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Parade nach französischem Vorbild

Nachdem Trump 2017 als Ehrengast beim französischen Nationalfeiertag in Paris eine Militärparade beobachtet hatte, wünschte er sich eine solche auch in der US-Hauptstadt. Die „Washington Post“ berichtete, die Kosten dafür seien auf rund 92 Millionen Dollar geschätzt worden. Die Pläne seien gestoppt worden, als die Kosten bekannt geworden seien.

Es ist ungewöhnlich, dass der Präsident sich bei den Feierlichkeiten in Washington am Unabhängigkeitstag an die Bevölkerung wendet. Schon im Februar hatte Trump auf Twitter geprahlt, die Feier werde „eine der größten Zusammenkünfte in der Geschichte Washingtons“ werden – inklusive „einer Ansprache Ihres Lieblingspräsidenten, mir“.

Überfüllung in Aufnahmelagern

Die Protz-Feier liegt ihm offensichtlich mehr am Herzen als die Lage der Migranten im Land. Trump hat Kritik an den verheerenden Zuständen in Internierungslagern für Migranten zurückgewiesen. „Viele dieser illegalen Ausländer leben jetzt viel besser als dort, wo sie herkamen, und unter viel sichereren Bedingungen“, twitterte Trump. Sollten die internierten Migranten unglücklich über die Zustände in den Lagern an der Grenze zu Mexiko sein, dann „sagt ihnen einfach, dass sie nicht kommen sollen. Alle Probleme gelöst!“

Zuvor hatte das US-Heimatschutzministerium von einer „gefährlichen“ Überfüllung in den Aufnahmelagern gesprochen. Dort werden Tausende Migranten festgehalten, die über Mexiko in die USA einreisten. In drei von fünf Einrichtungen hatten Kinder keinen Zugang zu Duschen und nur wenig Wechselkleidung. Zwei Einrichtungen boten demnach keine warmen Mahlzeiten, sondern lediglich Sandwichs an. Die meisten Erwachsenen hätten seit einem Monat nicht duschen können und seien nur mit Feuchttüchern versorgt worden.