Magdeburg (dpa) l Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, wird Staatssekretär im Innenministerium von Sachsen-Anhalt. Das teilte die Staatskanzlei am Freitag in Magdeburg mit. Wendt folgt auf Tamara Zieschang, die im Dezember als Staatssekretärin ins Bundesverkehrsministerium wechselt. Die Entscheidung sorgte für zum Teil heftige Reaktionen.

Linken-Fraktionschef Thomas Lippmann und die innenpolitische Sprecherin der Linken, Henriette Quade, nannten sie eine "politische Richtungsentscheidung". "Mit dieser Personalentscheidung werden all diejenigen innerhalb der CDU gestärkt, die die inhaltliche Verbindung zur AfD ausbauen und damit die Grundlage für eine zukünftige Koalition von CDU und AfD schaffen wollen", so die Linken-Politiker.

Auch Olaf Meister, Landtagsabgeordneter der Grünen, zeigte sich irritiert. "Ich kann mir nicht vorstellen, wie eine solche schillernde und polarisierende Persönlichkeit wie Rainer #Wendt, für Sachsen-Anhalt und das sehr auf Zusammenarbeit, nicht Spaltung, angewiesene Kenia-Bündnis, von Nutzen sein sollten", schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter.

Wendt geriet im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen als bekannt wurde, dass er bis zu seiner Pensionierung im Februar 2017 elf Jahre lang keinen Dienst bei der Polizei verrichtet hatte, aber dennoch bezahlt worden war. Zudem war er 2010 offenbar ohne Rechtsgrundlage auch noch befördert worden.

Der künftige Staatssekretär wurde am 29. November 1956 in Duisburg geboren. Er ist verheiratet und Vater von fünf Kindern. Er ist Mitglied im Bundesvorstand des Deutschen Beamtenbundes und seit 2007 Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft.

Ministerpräsident Reiner Haseloff und Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) erklärten in einer Mitteilung: "Es ist uns eine große Freude, mit Rainer Wendt, einen der fachkundigsten und bekanntesten Vertreter der Interessen unserer Polizei und engagierten Anwalt für die Sicherheit in unserem Land, zukünftig als neuen Staatssekretär im Ministerium des Inneren des Landes Sachsen-Anhalt zu haben."