US-Präsident Donald Trump hat sich im Amt weiterentwickelt. Aber nicht in die Richtung, die Optimisten am Anfang seiner Regierungszeit erhofft hatten. Trump lässt sich nicht einhegen. Das Gegenteil ist der Fall. Je länger er im Amt ist, umso übergriffiger wird er. Seine Einmischung in die inneren Angelegenheiten von Verbündeten, grobe Angriffe auf die Premierministerin von Großbritannien und die Brüskierung sämtlicher Nato-Mitglieder haben eine neue Qualität, auf die die internationale Diplomatie antworten muss. Das fein austarierte System ihrer Regeln ist in Gefahr. Wie Staatsoberhäupter miteinander umgehen, ist keine Petitesse.

Es ist nicht möglich, das Gespräch mit den USA abzubrechen. Aber auch die Diplomatie kennt Maßnahmen, die selbst einen amerikanischen Präsidenten isolieren können: Keine pompösen Staatsbesuche, wenig direkte Gespräche, Einbestellung des Botschafters, sparsame Protokolle. Öffentlicher Liebesentzug für den Narzissten wäre ein Anfang.