Washington (dpa) l Zum ersten Staatsbesuch seiner Amtszeit hat US-Präsident Donald Trump seinen französischen Kollegen Emmanuel Macron mit militärischen Ehren vor dem Weißen Haus begrüßt. Unter grauem Himmel ließ Trump am Dienstag für Macron eine farbenprächtige Zeremonie ausrichten.

Macrons Besuch lege Zeugnis ab für die Freundschaft, die beide Länder verbinde, sagte Trump. Frankreich sei der älteste Alliierte der USA. Man sei tief verbunden durch das gemeinsame Band der Geschichte und des Schicksals.

"Amerika bedeutet für mein Land endlose Möglichkeiten", sagte Macron. "Mein Land teilt mit dem Ihren ein Ideal der Freiheit und des Friedens." Es sei sehr wichtig, im Kampf gegen die Krisen in der Welt zusammenzustehen. Europa und die USA hätten eine "Verabredung mit der Geschichte", die es einzuhalten gelte.

Hut von Melania Trump als Thema

Die Ehepaare Trump und Macron begrüßten sich auf französische Art mit je zwei angedeuteten Wangenküssen. In sozialen Medien war vor allem der sehr große, weiße Michael-Kors-Hut von Melania Trump ein Gesprächsthema.

Nach der Begrüßung zogen sich die Präsidenten und ihre Delegationen zu politischen Gesprächen ins Weiße Haus zurück. Sie sollten sich um Themen wie den Konflikt in Syrien und um Handelsfragen drehen. Macron wird Trump zu überzeugen versuchen, im Mai das Atomabkommen mit dem Iran nicht platzen zu lassen. Im Rosengarten war für den Mittag (Ortszeit) eine gemeinsame Pressekonferenz der beiden Präsidenten vorgesehen.

Beim Welthandel hatte Frankreich zuletzt deutlich gemacht, dass die EU-Länder nicht einerseits mit US-Strafzöllen belegt werden dürften, andererseits aber als Partner der USA im Kampf gegen unredliche Praktiken in China auftreten sollten.

Antrittsbesuch von Merkel

Am Freitag wird mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die nächste hochrangige Politikerin aus einem EU-Land zu einem Arbeitsbesuch in Washington erwartet.

Macron war am Montag in den USA eingetroffen. Am Abend hatte das Ehepaar Trump ein privates Abendessen für das Ehepaar Macron gegeben. Der französische Präsident reist am Mittwochabend (Ortszeit) nach Paris zurück.

Am Mittwoch wird Macron eine Rede vor Senat und Abgeordnetenhaus im Kapitol halten. Eine ähnliche Ehre war im Jahr 1960 dem damaligen französischen Präsidenten Charles de Gaulle zuteil geworden.

Eichenbaum aus französischem Wald

Am Montag hatten Trump und Macron im Garten des Weißen Hauses einen Eichenbaum gepflanzt. Die Steineiche stammt aus einem Wald im französischen Aisne, wo zum Ende des Ersten Weltkriegs Tausende US-Soldaten ihr Leben gelassen hatten.

Den beiden Präsidenten wird ungeachtet teils sehr unterschiedlicher Auffassungen zu Politik und Politikstil ein gutes persönliches Verhältnis nachgesagt. Macron hatte den US-Präsidenten und die First Lady im Sommer 2017 zu den Feiern des französischen Nationalfeiertags eingeladen. Trump soll am Bastille-Tag zu einer eigenen Militärparade inspiriert worden sein, die er in Washington abhalten will.