Palermo l Lieferdienste, Maskenhersteller und Desinfektionsmittelfabrikanten mal kurz weghören: Corona bringt so ziemlich jedes anständige Gewerbe in Bedrängnis. Das betrifft gerechterweise auch weniger anständige Erwerbszweige. Wie zum Beispiel die Mafia. Das italienische Innenministerium verzeichnet aktuell 64 Prozent weniger Kriminalität. Und erklärt das so: Wegen der Corona-Krise geben die Leute weniger Geld für Drogen und Prostitution aus. Manche Mafiosi flüchten sich in Not-Geschäfte auf dem Mundschutz-Schwarzmarkt. Andere tauchen vorübvergehend ab, getreu dem sizilianischen Leitspruch „Calati Junco, ca passe la china“, was, wie jeder weiß, soviel bedeutet wie „Beuge das Schilf, bis die Flut vorüber ist“.

Parallel bereiten sich die Oberganoven auf das ganz große Geschäft nach der Krise vor: Das gewerbsmäßige Abschöpfen staatlicher Hilfsgelder. Zur Not mit ein bisschen Bestechung bei den Entscheidern. Sie wissen schon, wie im Film: „Ich mache dir ein Angebot, das du nicht ablehnen kannst.“