Rührend, wie der Mensch jeder Krise etwas Positives abringt. Homeoffice etabliert sich, wir entschleunigen, Familien reden wieder miteinander, die Umwelt atmet auf, der Oldtimer wird endlich fertig - naja.

Herzförmiger Rasen in New York

Aber ohne Zweifel ist der Rasen der Gewinner der Krise. Selbst im Stadion des FC Magdeburg hat er sich vom Acker zum exzellenten Spielfeld geglättet (allein das schon ein Grund für Geisterspiele). Mit einem großen in den Rasen gemähten Herz haben sich die Betreiber des Bryant Parks in der Corona-Krise bei allen New Yorkern bedankt. Ein rührender Akt, der nur geschehen konnte, weil alle Veranstaltungen dort abgesagt wurden. Üppiges Grün konnte entsprechend gestaltet werden.

Divenhafter Samen

Und was tun die Gartenbesitzer in der Zeit der Quarantäne, wenn alles Unkraut gezupft und auch der Geräteschuppen schon frisch gestrichen ist? Sie widmen sich der Neu-Ansaat ihres räudigen Rasens. Denn wann sonst ließe sich der Boden zweimal täglich wässern, um den diven- und flatterhaftesten aller Samen zum Keimen zu bringen? Überdies stößt, wer sich dieser Aufgabe stellt und recherchiert, auf durchgehend positiv gestimmte Ratgeber. Der Autor dieser Zeilen setzte auf speziellen „Rasenboden“ und eine Samen-Dünger-Kombination, die teuer und vielversprechend war. Erfolgreich.

Es zeigte sich zwar kein einziger Rasenhalm, aber Wässerung und Düngung sorgten dafür, dass eine interessante Vielfalt an Unkräutern, die der „Rasenboden“ gratis mitgeliefert hatte, den kahlen Stellen frisches Grün verschafften.