Bielefeld l Fleisch ist mein Gemüse. So heißt ein Buch des Schriftstellers Heinz Strunk aus dem Jahr 2004. Erst jetzt stellt sich raus, dass Strunk mit dem Titel geradezu prophetisch einen neuen Ernährungstrend vorhersagte. Nach der Masche, aus Körnern, Brokkoli oder Tofu oder irgendwie allem zusammen Schnitzel oder Würstchen zu simulieren, geht die US-Fastfood-Kette „Arby’s“ jetzt den umgekehrten Weg. Nennt sich „Meat Vegetables“ und ist Fleisch, das sich als Gemüse tarnt. Mett-Möhre oder Kotelett-Kohlrabi, Lauch aus Lamm oder Rucola aus Rind: Noch gibt es solche Kreationen bestenfalls in der Testküche des Unternehmens.

„Das ist kein PR-Stunt“, sagt der Firmensprecher. Sondern letztlich nur das, was Amerikaner wirklich wollten: Leckeres Fleisch. Oder, um es mit einem abgewandelten Spruch zu sagen: Fleisch hat relativ wenig Vitamine. Deshalb muss man mehr davon essen.

Wie man Fleisch außer als Fake-Gemüse noch zweckentfremden kann, zeigt diese aktuelle Polizeimeldung aus Bielefeld. Hier zerschmetterte ein Unbekannter die Heckscheibe eines Autos mit einem gefrorenen Steak. Prima Wurfgeschoss, mit grünen Bohnen hätte das nicht funktioniert. Wer sich zum Thema „Fleisch als Waffe“ noch literarisch weiterbilden will, dem sei die Lektüre von Roald Dahls „Lammkeule“ aus dem Jahr 1953 empfohlen. Die Geschichte: Frau erschlägt im Streit ihren Mann mit dem gefrorenen Tierteil, das sie dann, perfider Plan, in die Backröhre schiebt und dem Kommissar serviert. Fahnder isst Hauptbeweismittel in seinem wichtigsten Fall auf.