Paris l Was macht eine Rudermaschine, also ein sperriges, mindestens zwei Meter langes Fitnessgerät auf 4362 Metern über dem Meeresspiegel? Hier kommt die Geschichte eines bizarren Streits, in den sogar Frankreichs Ministerpräsident Emmanuel Macron verwickelt ist.

Die Rudermaschine also liegt hoch oben in den französischen Alpen, an der Flanke des Montblanc, nutzlos auf einer Berghütte herum. Heraufgeschleppt hat das 26 Kilo schwere Trumm, warum auch immer, der britische Extremsportler Matthew Paul Disney. Dem droht jetzt der Bürgermeister der Gemeinde, zu der auch die Berghütte gehört, mit einer saftigen Rechnung: 1800 Euro für Bergung und Abtransport per Hubschrauber. Gleichzeitig forderte der Bürgermeister Emmanuel Macron auf, im Montblanc-Gebiet über 3000 Meter alle Sportarten außer Bergsteigen grundsätzlich zu verbieten.

Extremsportler Disney (er behauptet, die Rudermaschine im Rahmen einer Benefiz-Aktion in die Berge geschleppt und weil er plötzlich erschöpft war in der Hütte zwischengeparkt zu haben) möchte das Gerät selbst wieder heruntertragen.

Nun bekommt er aber, offenbar wegen des zügig umgesetzten Macron-Verbotes die nötige Genehmigung zum Herabtragen der Rudermaschine nicht, obwohl er die Raufschlepp-Lizenz Wochen vorher anstandslos erhalten hatte.

Daraus lernen wir: Ziemlich sicher wird die Beinahe-Trendsportart „Kludern“ (Kletter-Rudern) vorerst keine olympische Disziplin. Alles wegen der Bürokratie.