Bradenton l Im Corona-Joballtag heißt es Videokonferenz, im Leistungssport Inspiration Games. Das ist eine Art kontaktlose Weltmeisterschaft, bei der die Sportler nicht am selben Ort gegeneinander antreten, sondern jeder in seinem Heimat- oder Trainingsort. Zum Auftakt gab es auch gleich einen Paukenschlag: Der US-Sprinter Noah Lyles stellte in Bradenton (Florida)  quasi im Vorüberflitzen mal eben den legendären Weltrekord des Jamaikaners Usain Bolt ein. 200 Meter Sprint: Wofür Bolt (Sie erinnern sich, das ist der Typ mit dem coolen Bogenschützen-Move) damals vor elf Jahren in Berlin sensationelle 19,19 Sekunden brauchte, nahm sich Noah Lyles lässig gerade 18,9 Sekunden Zeit.

Großartig, dachte Lyles. Dachten auch alle anderen. Bis nach einer Überprüfung der Rennstrecke rauskam: Sie war statt 200 nur 185 Meter lang. Entweder hatte sich jemand vermessen oder Lyles war an der falschen Stelle gestartet.

Das erinnert uns bildhaft und eindrücklich daran, dass ein Sportwettkampf definitiv keine Mathematik-Olympiade ist.