Es gibt sie noch, die guten Nachrichten in Zeiten von Pandemie, weltweiten Konfliktherden und Wendler. Ein ganz besonderes Tier ist nämlich in Sachsen-Anhalt heimisch geworden und bereichert die hiesige Atenvielfalt. Und das Tierchen passt auch wunderbar zu Sachsen-Anhalt: Es ist ziemlich unauffällig, genügsam und unkomliziert.

Und um das Tier zu entdecken, muss man wirklich gut suchen. Denn der Zwergkäfer namens „Baranowskiella ehnstromi“ ist nicht nur klein, er ist winzig: Er ist nur einen halben Millimeter lang und so dünn wie das Haar eines Menschen. Der Käfer gilt deshalb als kleinster Käfer Europas. Nun haben Forscher ihn auch im deutschen Nationalpark Harz entdeckt. Und der Harz kann gerade gute Publicity gebrauchen, nach dem ganzen Schlagzeilen wegen des Waldsterbens.

Natürlich hat die tierische Entdeckung einen kleinen Haken. Es reichte nämlich nicht, einfach gut hinzuschauen auf der Suche nach dem Zwergkäfer. Die Forscher mussten sich genau überlegen, wie und wo sie suchen. Eine Hilfe: Der Zwergkäfer lebt in einem bestimmten Pilz, der an Bäumen wächst. Die Helfer mussten also zuerst mal nach diesem Pilz suchen. Als die ihn fanden, untersuchten sie den Pilz mit einem Mikroskop – und entdeckten den Käfer. Die Forscher freuten sich sehr. Denn bislang sind nur wenige Orte in Deutschland bekannt, an denen der Käfer vorkommt. Ein Werbestar für den Harz wird der Käfer wegen seiner Größe dennoch sicher nicht werden - aber man kann nicht alles haben.