Berlin (dpa) l Die Luftwaffe will noch am Freitag zu einem Rückholungsflug in die schwer vom Coronavirus betroffene chinesische Provinz Hubei starten. Nachdem die Zustimmung der beteiligten Staaten vorlag, soll das Flugzeug nach dpa-Informationen um kurz nach 10 Uhr am Vormittag von Köln-Wahn aus abheben. Das Flugzeug der Bundeswehr soll am Samstag mit den Rückkehrern an Bord nach Deutschland zurückfliegen, ganz sicher war das am Freitag aber noch nicht.

Die Teilnahme an dem Flug ist freiwillig. Mitfliegen könne nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nur, wer symptomfrei sei. Nach bisherigen Schätzungen geht es um rund 90 Bundesbürger. Die Rückkehrer sollen rund 14 Tage lang auf dem Luftwaffenstützpunkt Germersheim in Rheinland-Pfalz in Quarantäne.

Am Frankfurter Flughafen werden die Passagiere des Rückholfluges zunächst in das medizinische Zentrum Medical Assessment Center gebracht, wie der Leiter der Behörde, René Gottschalk, dem Sender hr-Info in einem am Freitagmorgen ausgestrahlten Beitrag sagte. Dies diene dazu, "mögliche Kontaktpersonen zu erfassen". Sollte doch einer der Passagiere Krankheitssymptome zeigen, werde er in die Uniklinik in Frankfurt gebracht, sagte Gottschalk.

Die Infektionen und Todesfälle erlebten bis Freitag den größten Anstieg innerhalb eines Tages. Die Zahl der Patienten mit dem neuartigen Coronavirus kletterte um 1981 auf 9692, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. Die Zahl der Toten stieg um 42 auf 213. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte am Donnerstagabend die Ausbreitung des Virus zu einer "gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite". Die 190 Mitgliedsländer werden damit von der WHO empfohlene Krisenmaßnahmen untereinander koordinieren.