Magdeburg l Angst bei Kindern schüren: Das hat sich "Goofy" zur Aufgabe gemacht. Die bei Kindern eigentlich als beliebt geltende Disney-Figur ist jetzt Teil einer Betrugsmasche geworden. Hierbei handelt es sich um zwei Social Media-Phänomene, die nun miteinander kombiniert werden: Die Blue Whale Challenge, die seit drei Jahren in unterschiedlicher Form immer wieder auftaucht, und ein Goofy-Cosplay aus dem Jahr 2017.

Laut Berichten des Internetportals Mimikama wird das Bild eines Goofy-Kostüms in Kombination mit dem Namen Jonathan Galindo dazu genutzt, um Unbekannte anzuschreiben, eine Freundesanfrage zu verschicken und so und mit ihnen Kontakt aufzunehmen. „Willst du mit mir spielen?“ und ähnliche Fragen sollen dabei mögliche Langweile von Kindern und Jugendlichen zu Beginn der Sommerferien aufgreifen. Das passiere vor allem bei Whatsapp und Tiktok.

Wird die Freundesanfrage vom vermeintlichen "Goofy" angenommen, erhalten Nutzer einen Link mit Aufgaben. Werden diese nicht erfüllt, droht der Absender "Jonathan Galindo" mit drastischen Konsequenzen. Unter anderem mit dem Tod.

Was können Eltern machen?

Eltern und Kindern wird geraten, derartige Nachrichten zu ignorieren und Nutzer bei Verunsicherung zu blockieren. Außerdem sollten Eltern die Ängste ihrer Kinder ernst nehmen und sie über derartige Betrugsmachen aufklären. Keinesfalls solle der Link mit den Aufgaben weiterverbreitet oder in Gruppen gepostet werden.

Panikmache sei bei Kindern der falsche Weg. "Anonyme Nachrichten wie die vom Horror-Goofy können Kinder und Jugendliche psychisch stark belasten. Der Druck, die verlangte Mutprobe nicht zu bestehen, kann enorm sein", so Cyber-Kriminologe Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger im Gespräch mit dem Merkur.

Auch die Plattform Tiktok hat sich mittlerweile zu der Betrugsmasche geäußert: "Obwohl nur eine geringe Zahl von Inhalten zu dem Thema auf unsere Plattform hochgeladen wurde, haben wir als vorsorgliche Maßnahme den Suchbegriff deaktiviert und entfernen alle Nutzer*innen, die vorgeben, Jonathan Galindo zu sein", heißt es in einem offiziellen Statement.

Das passiert übrigens nicht das erste Mal: Unter anderem sorgte 2019 der Fall "Momo" für Aufsehen.