New York (dpa) l Auf den globalen Karten, Statistiken und Grafiken der US-Wetterbehörde NOAA dominierte auch in diesem Jahr wieder die Farbe Rot: heiß, heißer, rekordheiß. "Der Planet Erde schwitzt weiterhin in unerbittlicher Hitze", heißt es von der Behörde. Einzelne Monate 2019 waren heißer als je zuvor seit Beginn der NOAA-Aufzeichnungen 1880, insgesamt wird das Jahr wohl als zweitheißestes in diese Statistik eingehen, hinter 2016.

Fast 1 Grad mehr

Von Januar bis November lag die durchschnittliche Temperatur über den Land- und Ozeanflächen unseres Planeten nach NOAA-Angaben um 0,94 Grad Celsius über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts von 14,1 Grad Celsius. Am Rekordjahr 2016 schrammte dieser Zeitraum von 2019 nur ganz knapp vorbei. Unter den zehn heißesten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen finden sich zudem 2015, 2017, 2018, 2014, 2010 und 2013.

Fast überall auf der Welt war es 2019 wärmer als im Durchschnitt. Besonders stark machte sich das in Alaska, dem Nordwesten Kanadas, Zentralrussland sowie im südlichen Afrika, Madagaskar, Australien und Asien bemerkbar. Kühler als im Durchschnitt war es nur in Teilen der USA und im Süden Kanadas, allerdings nicht rekordkalt. In Deutschland liegt 2019 für die Monate von Januar bis Oktober auf Platz zwei der wärmsten Jahre seit 1881, gemeinsam mit 2014. Das teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Wärmer war dieser Zeitraum nur im Jahr 2018.

Etliche anhaltende globale Trends machen Forschern weiter Sorgen: Dazu zählen die geringe Ausbreitung der Eisdecke in Arktis und Antarktis, extreme Wetterereignisse wie Dürren oder Wirbelstürme sowie der hohe Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2).

Keine Besserung in Sicht

Auch die Aussichten für 2020 verheißen keine Besserung: Nach Einschätzung von Wissenschaftlern dürfte Ende nächsten Jahres das Klimaphänomen El Niño wieder in der Pazifikregion auftreten. Dieses alle paar Jahre in unregelmäßigen Abständen auftretende Phänomen geht mit wärmeren Wassertemperaturen im tropischen Pazifik einher. In der Folge verschieben sich aufgrund von veränderten Luft- und Meeresströmungen weltweit Wetterbedingungen. Als wichtigstes Phänomen natürlicher Klimaschwankungen kann El Niño etwa Überflutungen in Südamerika auslösen, Dürren in Australien und Missernten in Indien.