Ohio (tt) l In einem siebenminütigen Video auf YouTube erklärten Myka und James Stauffer am Dienstag unter Tränen, warum sie ihren vierjährigen Adoptivsohn Huxley fortgegeben haben. Seine Behinderung habe die Familie überfordert, erklärt das Paar in dem Video. Vor drei Jahren hatten die Stauffers ihn aus China adoptiert

"Bei internationaler Adoption gibt es immer Ungewissheiten und Dinge, die in den Akten nicht einsehbar sind", sagt James Stauffer im Video. Huxley habe mehr besondere Bedürfnisse gehabt, die man ihnen nicht mitgeteilt habe. Die vergangenen Monate seien hart gewesen und Huxley habe mehrere Therapien durchlebt, erzählt James Stauffer. Myka Stauffer sagte: "Ich fühle mich als Mutter als Versagerin". Huxley lebe nun bei einer neuen Mutter in einem neuen Zuhause.

Verdient Geld mit Kooperationen

713.000 Abonnenten hat Myka Stauffer auf YouTube. Ihr neustes Video, indem das Paar über ihre Entscheidung Huxley fortzugeben, spricht, wurde bereits fast zwei Millionen Mal angesehen. Als YouTuberin verdient Myka Stauffer Geld durch Kooperationen mit Firmen. Auch viele ihrer Instagram-Postings sind gesponsert. Hier folgen hier 193.000 Menschen. Viele Fans verlangen nun in den Kommentaren, dass die Kooperationen mit den Unternehmen gestoppt werden sollen. Ihr Mann James hat ebenfalls einen YouTube-Kanal. Ihm folgen dort 939.000 Menschen.

Eine heile Welt?

Der kleine Huxley ist Autist. An den Eingriffen, die das Kind wegen Entwicklungsdefizite als Folge eines Hirntumors und eines Schlaganfalls in der Gebärmutter hatte, ließ Myka Stauffer ihre Follower teilhaben. Aus ihren Videos und Instagram-Postings ging jedoch nicht hervor, dass die Behinderung der Familie Probleme bereite oder sie sogar überlegten das Kind wieder abzugeben. Ganz im Gegenteil: Im September 2019 schrieb Myka Stauffer noch zu einem Familienfoto, auf denen alle fünf Kinder - sowohl die vier leiblichen, als auch Huxley - drauf zu sehen sind: "Ich liebe diese große verrückte Familie."

Auch die Adoptivreise nach China thematisierte Myka Stauffer auf ihrem YouTube-Kanal intensiv. Sie berichtete, wie sie das Geld für die Adoption beschaffte, sich mit Regeln für internationale Adoptionen auseinandersetzte und Huxley schließlich in die USA, nach Ohio zu sich nach Hause, brachte.

Kritik und Verständnis in Sozialen Netzen

Nun erntet der YouTube Star in den sozialen Medien heftige Kritik. Bloggerin Sophie Ross, twitterte über Myka Stauffer: sie habe Adoption zu ihrer "Marke" gemacht und ihren Sohn dann heimlich wieder abgegeben. "Sie hat monatelang so getan, als gäbe es ihn nicht und Kommentare von besorgten Followern blockiert", sagt sie. "Nun stellt sie sich in dem Video als Opfer dar."

In den Kommentaren auf YouTube zeigten die Nutzer Verständnis. Eine Nutzerin schrieb: "Ich kann euch für diese Entscheidung nicht verurteilen, da ich nicht in der selben Situation bin."