Berlin (dpa) l Die frühere Abschottung der Kriminellen nach Herkunft, Familien und bestimmten Gruppen werde "zu Gunsten des Joint-Venture-Gedankens zur Erreichung des Tatziels aufgegeben", sagte Kriminaldirektor Stefan Pietsch, Leiter des Bereichs Organisierte Kriminalität im Landeskriminalamt (LKA), am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Ein Joint Venture in der Wirtschaft ist ein Zusammenschluss von Unternehmen für bestimmte Projekte.

Die Kriminalpolizei stelle zudem fest, dass die Spezialisierung auf bestimmte Delikte abnehme, sagte Pietsch weiter. Die Täter und Banden seien bei den verbreiteten Kriminalitätsformen wie Rauschgifthandel, Diebstahl und Raub, Waffenhandel und Geldwäsche inzwischen oft "deliktsübergreifend" tätig. Neue Banden würden seit einigen Jahren auftreten und versuchen, in den kriminellen Markt einzudringen. "Besonders Tschetschenen entwickeln sich zunehmend von der Rolle des kriminellen Dienstleisters zum kriminellen Akteur."

Wichtig für die Kriminalpolizei sei immer mehr die Zusammenarbeit mit anderen Behörden, Bundesländern und Staaten, so Pietsch.