Karlsruhe (dpa) l Rund drei Jahre nach dem Mord an einer 91-jährigen Hamburgerin aus Habgier ist der Täter rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte weitgehend das Urteil des Landgerichts Hamburg, wie aus dem am Dienstag in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss hervorgeht. (Az. 5 StR 230/20)

Der Mann hatte sich als angeblicher Professor das Vertrauen der Seniorin erschlichen. Tatsächlich war er ein vielfach vorbestrafter Betrüger und Hochstapler, der sich mit dem Geld der Frau jahrelang seinen kostspieligen Lebensstil finanzierte. Sie setzte ihn sogar als Alleinerben ein. Als das Geld aufgebraucht war, wollte er nach Überzeugung des Landgerichts auch noch an die Eigentumswohnung kommen und erstickte die demente, gebrechliche und erblindete Frau im Rollstuhl am 7. September 2017 in ihrer Wohnung mit einem Kissen.

Das Landgericht hatte Ende 2019 auch die Einziehung von fast 250.000 Euro angeordnet. Nur in diesem Punkt hatte die Revision des damals 75 Jahre alten Angeklagten Erfolg: Der Ertrag aus dem Verkauf der geerbten Wohnung kann laut BGH nicht eingezogen werden. Das Gesetz sehe für solche Fälle ausschließlich die Erklärung der Erbunwürdigkeit vor, entschieden die Richter der Leipziger Außenstelle. Damit reduziert sich die Summe auf knapp 40.000 Euro.