Braunschweig (dpa) | Im Mordprozess um tödliche Schüsse auf den Freund seiner Schwester will der 33 Jahre alte Angeklagte vor Gericht schweigen. Er werde keine Angaben machen, ließ der Mann aus Syrien zum Prozessauftakt am Montag im Landgericht Braunschweig mitteilen. Ihm wird vorgeworfen, den aus dem Irak stammenden 25 Jahre alten Lebensgefährten seiner Schwester auf einem Parkplatz in Salzgitter getötet zu haben.

Als Mitglied einer muslimischen Familie soll der Angeklagte mehrmals in der Vergangenheit geäußert haben, dass er die Beziehung seiner Schwester zu einem Christen nicht toleriere. Dem 33-Jährigen werden Mord aus Heimtücke und aus niedrigen Beweggründen sowie Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Das Opfer starb noch am selben Abend im Krankenhaus an den schweren Verletzungen. Kurz darauf wurde der mutmaßliche Täter unter dringendem Tatverdacht festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Schwester war geflohen

Die Schwester war wegen der familiären Probleme schon an einen unbekannten Ort geflohen. Im Januar dieses Jahres soll der Angeklagte dann angekündigt haben, das Paar zu töten, weil seine Schwester für ihn vom muslimischen Glauben abgefallen war und er die Beziehung nicht akzeptieren werde. Kurz darauf fielen die tödlichen Schüsse im Stadtteil Lebenstedt.

Die Tat schockierte die Stadt erneut, weil es in der Vergangenheit mehrere Tötungsdelikte gegeben hatte. Im Mai 2018 war eine 30-Jährige erschossen worden – das tödliche Ende eines Sorgerechtsstreits. Im Mai 2016 wurde ein 58 Jahre alter Mann in einer Obdachlosenunterkunft getötet. Drei Monate zuvor war eine schwangere 18-Jährige in ihrer Wohnung in Salzgitter-Lebenstedt erstochen worden.

Für den Prozess sind neun Verhandlungstage bis Ende Oktober anberaumt.