Magdeburg l Unter #traumaporn sind auf TikTok Videos von Mädchen und Jungen zu sehen, die sich als Holocaust-Opfer verkleiden. Sie schminken sich, tragen zum Beispiel ein gestreiftes Hemd oder haben auf der Brust einen Davidstern mit der Aufschrift "Jude".

Die Charaktere in den Videos berichten aus der Ich-Perspektive ihre Geschichte und was ihnen geschehen ist, wie sie beispielsweise verschleppt wurden oder in einem Konzentrationslager ums Leben gekommen sind. Das sorgt für viel Kritik und Unverständnis.

So sagte unter anderem Diane Saltzman, Direktorin für Überlebensangelegenheiten im US-Holocaust-Museum, gegenüber Insider: "Die Nachahmung von Holocaust-Erfahrungen entehrt die Erinnerung an die Opfer, beleidigt Überlebende und trivialisiert die Geschichte."

Keine böse Absicht

Auch viele andere Nutzer von TikTok oder auch Twitter reagierten wie Diane Saltzman sehr negativ auf die Videos. Doch wie sehen die Produzenten des Videos diese Aktion? Sollen sie vielleicht beleidigend sein oder steckt gar keine böse Absicht dahinter?

Ein 17-jähriges Mädchen aus New Jersey erklärte dem Insider, dass sie mit ihrem Video, in dem sie sich als Holocaust-Opfer ausgab, die "Menschen zu erziehen" versuchte und es für wichtig erachtete diese Geschichten zu teilen.

Es sei dabei nie ihre Absicht gewesen, beleidigend zu sein. "Ich habe mich schon immer für die Geschichte des Holocaust interessiert und wollte nur ein kreatives Video machen, das die Leute auf TikTok darüber informiert", sagte sie.

Laut Insider soll in dem Video die Geschichte von einem Opfer erzählt worden sein, das mit seiner Familie nach Auschwitz deportiert und in Gaskammern ermordert wurde. Das Video habe das Mädchen inzwischen entfernt.

TikTok teilte der Volksstimme in einem Schreiben mit, dass die Videos von den Erstellern mittlerweile gelöscht seien. Ebenfalls heißt es in ihrem Schreiben, dass, obwohl keiner der Inhalte auf TikTok mit dem hashtag #holocaustchallenge in Verbindung gebracht werden konnte, dieser Hashtag blockiert wurde, um die Verwendung präventiv zu verhindern. Außerdem würden alle Inhalte mit #holocaust sehr genau moderiert werden.