Jakarta (dpa/tmn) l Für den Besuch von Hindu-Tempeln auf Bali gibt es bald neue Regeln. Das kündigte ein führender hinduistischer Geistlicher an, nachdem das respektlose Verhalten ausländischer Touristen bei Gläubigen für Ärger gesorgt hatte. Der Vorsitzende der Indonesia Hindu Society, I Gusti Ngurah Sudiana, sagte, ein Team aus Regierungsvertretern und Geistlichen arbeite an neuen Regeln.

Zuvor hatte es Berichte über anstößiges Verhalten von Touristen gegeben: "Wir haben Fälle gesehen, wo Touristen Gitarre gespielt, Artefakte gestohlen und sogar unmoralisches Verhalten in Tempeln gezeigt haben", sagte Sudiana. "So ein unverschämtes Verhalten ist eine Beleidigung für Hindus und darf nicht wieder vorkommen."

Touristen werden ausgeschlossen

Touristen werde es künftig nur erlaubt, die Außenanlagen von Tempeln zu besuchen. "Tempel, die vorrangig zum Beten genutzt werden, werden verschlossen. Wer beten möchte, muss den Wächter fragen." Das balinesische Ratsmitglied Nyoman Parta forderte die Regierung auf, das Dekret so schnell wie möglich zu erlassen. "Das ist ein heikles Thema, und wir sollten weitere Unruhen vermeiden", sagte er.

Indonesien ist zwar überwiegend muslimisch, Bali jedoch hinduistisch geprägt. Die Insel wurde im vergangenen Jahr von rund sechs Millionen Touristen besucht, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.