Frankfurt/Main (dpa) l "Es ist ein gefährliches Unterfangen und wir können von Glück sagen, dass bislang im Verhältnis zu den Fällen, die festgestellt wurden, noch nicht mehr passiert ist", sagte Thomas Mosbacher, Polizeiexperte für Verkehrsprävention in Hessen, der Deutschen Presse-Agentur. "Wer immer meint, das tun zu müssen, sollte auch bedenken, dass er nicht nur sich gefährdet, sondern auch unbeteiligte Dritte."

Es gibt keine genauen Zahlen zu Vorfällen im Straßenverkehr, da der Begriff Driften in der Statistik nicht eigens aufgeführt wird, wie Mosbacher, der beim Hessischen Landeskriminalamt tätig ist, erläutert. Fest stehe aber: "Es gibt die Vorfälle, und die Zahlen steigen, was wir bei Kontrollen feststellen."

Unter Driften versteht man – angelehnt an eine Bezeichnung aus dem Motorsport – das Herumschleudern mit dem Auto, wobei das Heck ausbricht. In den vergangenen Wochen gab es allein in Hessen mehrere solcher Fälle. Anfang Januar war die schneebedeckte Start- und Landebahn des Segelflugplatzes in Gedern im Wetteraukreis zum Driften genutzt worden – das Gelände wurde durch tiefe Spurrillen beschädigt. Wenige Tage zuvor hatte die Polizei in Nordhessen auf dem Plateau am Hohen Meißner ein Treffen von Autodriftern mit 40 Wagen aufgelöst.

Im benachbarten Thüringen gab es anders als in Hessen bereits einen tödlichen Unfall: Anfang Januar starb ein vierjähriges Mädchen in Gera, während es mit seinen Eltern einen Rodelausflug gemacht hatte. Nach damaligen Polizeiangaben wurde das Kind eingeklemmt, als ein Mann beim Driften auf der Schneefläche die Kontrolle über seinen Wagen verlor und gegen einen Transporter prallte.