Magdeburg l Die Einführung des Mindestlohns in Deutschland hat nach Ansicht des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) einen Rückgang der geringfügigen Beschäftigung ausgelöst. So gab es im Juni bundesweit 190 000 gerwerbliche Minijobs weniger als im Vorjahresmonat. Der Trend zeichnet sich regional jedoch unterschiedlich stark ab.

Während Hochlohnländer wie Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen Rückgänge von ein bis drei Prozent registrierten, verbuchten Niedriglohnländer wie Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt Jobverluste von vier bis acht Prozent. Trotz der Rückgänge kam es dem IWH zufolge nicht zu einem Anstieg der Arbeitslosenquote.

Bundesagentur bestätigt

Die Wirtschaftsforscher aus Halle bestätigen damit Angaben der Bundesagentur für Arbeit in Halle, über die die Volksstimme berichtet hatte. Die BA hatte einen Rückgang der Minijobs von fünf Prozent registriert, betonte jedoch, dass viele der Jobs mit hoher Wahrscheinlichkeit in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt würden. Das IWH weist allerdings darauf hin, dass die Umwandlung der Minijobs noch nicht umfassend untersucht wurde.

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Zweifel an den Auswirkungen des Mindestlohns hegt der Allgemeine Arbeitgeberverband der Wirtschaft (AVW). Zwar sei die Zahl der gewerblichen Minijobs rückläufig, doch in privaten Haushalten sei die Zahl geringfügig Beschäftigter weiterhin hoch. „Es gibt genügend Schüler, Studenten, Hausfrauen und Rentner, die sich etwas hinzuverdienen wollen“, so AVW-Geschäftsführerin Sigrun Trognitz. „Zumindest für diesen Bereich rechnen wir mit einer weiteren Zunahme von Minijobs.“