Wissenswertes

Reinheitsgebot: Geht zurück auf einen Erlass des bayrischen Herzogs Wilhelm IV. vom 23. April 1516. Es legt fest, dass Bier nur Wasser, Hopfen, Malz und Hefe enthalten darf. Quelle: www.reinheitsgebot.de

Craft Beer: Der Begriff „craft“ kommt aus dem Englischen und bedeutet handwerklich/selbstgemacht. Craft Beer wird nicht industriell hergestellt, sondern von sogenannten Mikrobrauereien in kleinen Mengen produziert. Quelle: www.hopfenhelden.de

Kellerbier: Bezeichnet ungefilterte Biere, die meist eine naturtrübe Farbe haben. Quelle: www.brauer-bund.de

Magdeburg l Alexander Kusserow und Jens Hummelt betreiben in Magdeburg-Buckau eine Werbeagentur und einen Laden für Getränkefeinkost. Vor etwa zwei Jahren kamen sie auf die Idee, eine eigene Magdeburger Biermarke zu gründen. In Zusammenarbeit mit der Landsberger Brauerei entwickelten sie das „Magdebier".

Was steckt hinter dem  „Magdebier"?

Alexander Kusserow: Mir und Jens Hummelt ist aufgefallen, dass es kein Magdeburger Bier gab. Das wollten wir ändern. Das Produkt sollte dabei so viel Lokalkolorit wie möglich haben. Das sollte beim Namen beginnen und bei den Zutaten aufhören, die nur aus Sachsen-Anhalt stammen.

Sie liegen viel Wert auf den Magdeburger Bezug. Warum wird das Bier dann in Landsberg im Saalekreis hergestellt?

In Magdeburg gab es leider keine Brauerei, die unsere Vorstellungen hätte umsetzen können. Die Brauerei in Landsberg gewährleistet zum Beispiel, dass nur Rohstoffe aus unserem Bundesland verarbeitet werden.

Um welche Sorte handelt es sich beim „Magdebier"?

Es ist kein Pils, sondern ein sogenanntes Kellerbier. Die Farbe ist deshalb leicht trüb.

Das „Magdebier" wird traditionell nach dem Reinheitsgebot gebraut, obwohl besonders viele Craft Beer-Hersteller davon abweichen, um mehr geschmackliche Varianten herzustellen. War das auch ein Thema für Sie?

Das kam für das „Magdebier" nie in Frage. Dazu wäre der Aufwand zu groß. Craft Beer ist für den Massenmarkt sehr untypisch. Zumal man auch innerhalb der Grenzen des Reinheitsgebotes gut an der Geschmacksschraube drehen kann.

Hatten Sie hinsichtlich des Geschmacks bestimmte Vorstellungen?

Es sollte nicht zu herb sein und sowohl Männern als auch Frauen schmecken. Wir wollten ein leichtes, süffiges Sommerbier. Gemeinsam mit der Brauerei haben wir dann den richtigen Anteil von Hopfen und Malz gefunden. Das hat ungefähr drei Monate gedauert.

Der Bierabsatz in Deutschland ist laut dem Statistischen Bundesamt in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt um zehn Hektoliter gesunken. Warum haben Sie sich trotzdem an das Projekt getraut?

Der Rückgang betrifft aus unserer Sicht eher die großen Marken. Das Konsumverhalten hat sich vielleicht dahingehend geändert, dass der Verbraucher lieber wenige Produkte kleiner Brauereien kauft als kästenweise das Bier der großen Anbieter.

Haben Sie vor, die noch übersichtliche Produktpalette zu erweitern?

Derzeit nicht. Der nächste Schritt ist, das „Magdebier" auch in 0,33-Literflaschen abzufüllen, weil dieses Format in der Gastronomie beliebter ist. Bis jetzt ist unser Bier nur in Halbliterflaschen erhältlich.

Statistik: Pro-Kopf-Konsum von Bier in Europa nach Ländern im Jahr 2014 (in Liter) | Statista
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