Halle (dpa) l Die Arbeitslosenquote ist in Sachsen-Anhalt dank der Frühjahrsbelebung nach vier Monaten wieder unter die Acht-Prozent-Marke gefallen. Sie lag im April bei 7,9 Prozent, wie die Landesarbeitsagentur am Freitag in Halle mitteilte. Das waren 0,4 Punkte weniger als im März. Zuletzt hatte die Quote im November unter acht Prozent gelegen. Im Winter steigt die Zahl der Jobsuchenden erfahrungsgemäß saisonbedingt an: Viele Branchen mit Draußen-Jobs, etwa der Bau, arbeiten dann auf Sparflamme.

Insgesamt waren den Angaben zufolge knapp 90.500 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren etwa 4800 weniger als im März und knapp 8300 weniger als im Vorjahresmonat. Bundesweit sank die Zahl der Arbeitslosen auf 2,384 Millionen und eine Quote von 5,3 Prozent. "Der positive Frühjahrstrend setzt sich fort. Die stabile Konjunktur und die demografische Entwicklung lassen die Arbeitslosigkeit weiter sinken", kommentierte der Chef der Landesarbeitsagentur, Kay Senius.

Gleichzeitig verwies er auf das Risiko, dass Fachkräfteengpässe das Wirtschaftswachstum hemmen könnten. Auch der Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit sei nicht gewonnen. Aktuell haben die Jobcenter im Land 19.800 gemeldete Stellen im Bestand, hieß es. Allein im April gab es 4800 neue Jobangebote. Jeweils knapp ein Viertel davon kam aus der Zeitarbeitsbranche sowie der Industrie. Gleichzeitig sucht weiterhin jeder dritte Arbeitslose im Land, das sind 33.700 Männer und Frauen, schon länger als ein Jahr.

Innerhalb eines Jahres sei die Zahl der Langzeitarbeitslosen zwar um 11,1 Prozent zurückgegangen, hieß es. Das sei ein stärkeres Minus als bei der allgemeinen Arbeitslosigkeit. Zur Wahrheit gehöre aber, dass sich nicht für jeden Betroffenen eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt finden lasse, sagte Agenturchef Senius. Daher begrüße er die Idee, Langzeitarbeitslosen einen Anspruch auf einen fair bezahlten, gemeinwohlorientierten Arbeitsplatz einzuräumen.

In Sachsen-Anhalt ist in allen Kommunen ein Programm angelaufen, dass Betroffene stufenweise den Weg in den regulären Arbeitsmarkt ebnen soll, wie Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) jüngst sagte. Alle Plätze seien besetzt. Auch auf Bundesebene wird eine Wiederauflage des Sozialen Arbeitsmarkts diskutiert.