Zeitz (dpa) l Was lange währt, wird vielleicht gut. „600 Flaschen sind jetzt fertig“, sagt der Inhaber der „Zeitzer Whisky Manufaktur“, Daniel Rost. Seit kurzem verkauft er erstmals Whisky aus Zeitz. „Es gab im Vorfeld schon sehr viele Anfragen“, sagt er. Die Spirituose in 0,35 Liter-Flaschen und mit 56,8 Prozent Alkohol bietet Rost für 38 Euro an. Drei Jahre und einen Tag muss das Getränk laut deutschem Gesetz in Fässern lagern – dann darf es sich Whisky nennen.

50 Fässer lagern derzeit in Rosts Räumen, das sind 180 Liter. Rost hat mittlerweile rund 100.000 Euro investiert, allein die eigens angefertigte „Lomond Still Brennblase“ mit drei Siebplatten kostete ihn rund 50.000 Euro. Noch ist das Brennen für Rost ein Nebenerwerb, ab nächstem Jahr soll es ein Vollzeitjob sein. „Dann werde ich wohl meinen Laborkittel an den Nagel hängen“, sagt der gelernte Chemiker.

Der Betrieb soll in neu erbauten Räumen in der Innenstadt laufen. „Noch sind wir drei, aber ich suche noch eine vierte Kraft. Vorbildung ist nicht notwendig, chemische oder biologische Vorkenntnisse könnten aber nicht schaden“, sagt Rost.

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Produzierte Mengen sind gering

Traditionelle Whiskysorten kommen aus Schottland. „Deutscher Whisky hat einen Marktanteil von 0,05 Prozent“, sagt die Vizepräsidentin des Verbandes Deutscher Whiskybrenner, Michaela Habbel. „In Deutschland gibt es mit über 120 Whiskybrennereien schon mehr als in Schottland selbst. Allerdings sind die produzierten Mengen sehr gering.“ Der Grund: Die Produktion ist sehr kostspielig. Trotzdem: „Bei Whisky ist die Nachfrage sehr groß. Seit 2012/2013 steigt die Nachfrage nach deutschem Whisky. Teilweise ist der deutsche Whisky ja teurer als der schottische Whisky“, sagt die Expertin.

Es geht den Leuten aber auch um „Made in Germany“. „Die Menschen interessiert unser Handwerk und wir als Brenner geben dem deutschen Whisky ein Gesicht.“ Habbel glaubt, dass bis Ende 2019 ein bis zwei Prozent Marktanteil drin sind. „In Deutschland kann man fast jedes Wochenende eine Whiskymesse besuchen. Whisky ist ein Produkt für Genießer, nicht um sich zu betäuben. Man beschäftigt sich mit dem Produkt. Wir bekommen fast monatlich mittlerweile neue Mitglieder in unserem Verband“, sagt Habbel.

Teure Eichenfässer

In Sachsen-Anhalt gibt es sieben Whisky-Brennereien. „Wir sind eine Manufaktur. Wir kaufen keine Produkte zu, sondern erzeugen alles selbst“, sagt Hans-Günter Demmel, Inhaber der Manufaktur Demmel & Cie - Casa Culina GmbH (Rohrsheim/Landkreis Harz). Allerdings sind die benötigten Whiskyfässer mittlerweile recht teuer geworden. Rund 1700 Euro für ein Fass sind keine Seltenheit. Aber jedes Jahr werde die Produktion um fünf bis acht Prozent erhöht.

„Ein deutscher Whisky schmeckt anders als ein schottischer Whisky“, sagt der Eigentümer der Fein- destillerie in Langenbogen (Saalekreis), Gerhard Büchner. „Was meine Brennerei betrifft, verkaufe ich Whisky von allen Spirituosen am meisten. Wir machen 30 Fass Whisky pro Jahr, zu 200 Liter. Das ist für einen Kleinbetrieb mit zwei Leuten schon eine ganze Menge.“