Berlin l Die Bundesregierung plant, Nebenwirkungen eines möglichen Impfstoffs gegen Covid-19, mithilfe einer neu entwickelten App zu erfassen. Nach Informationen des Tagesspiegels am Freitag, handelt es sich dabei um eine Anwendung, in deren Rahmen bereits geimpfte Personen in Echtzeit Nebenwirkungen an die zuständigen Behörden übermitteln können.

In Deutschland übernimmt diese Rolle das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das als Bundesbehörde unter anderem für die Zulassung von Impfstoffen und deren Sicherheit zuständig ist.

Zulassung vorerst noch offen

Experten erwarten eine vorläufige Zulassung des Impfstoffs gegen das Coronavirus für Anfang 2021 in Europa und den USA. Aufgrund der schnellen Entwicklung des Impfstoffes sind einige Fragen, wie zum Beispiel nach den Langzeit-Nebenwirkungen, noch offen. Auch über das Anhalten der Wirksamkeit ist bisher nicht viel bekannt.

Im Laufe des kommenden Jahres soll die App mehr Klarheit über die Nebenwirkungen verschaffen. Laut Reinhold Schmidt, Leiter des wissenschaftlichen Beirats des PEI, könnten die mit der App erhobenen Daten mit in die finale Bewertung des PEI und der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) eingehen. Damit würde man eine Grundlage für eine generelle Zulassung des Impfstoffes erhalten, so Schmidt.

Impfstoff von Biontech

Erst am Montag gaben das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech mit seinem US-Partner Pfizer bekannt, dass sich der erste Impfstoff gegen das Coronavirus in bisherigen Studien als ausgezeichnet erweist und eine Effektivität von bis zu 90 Prozent erreicht werden soll. Schwere Nebenwirkungen seien bislang nicht registriert worden.

Biontech und Pfizer rechnen damit, noch in diesem Jahr weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoff-Dosen bereitzustellen. Im kommenden Jahr kalkulieren sie mit bis zu 1,3 Milliarden Dosen.