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Der Energiedienstleister Getec wurde als Getec Gesellschaft für Energietechnik und -management 1993 in Magdeburg von Dr. Karl Gerhold gegründet. Das Unternehmen entwickelte zunächst Wärmelösungen für die Wohnungswirtschaft, später auch Energielösungen für Industriekunden.

Getec ist Deutschlands führender Energiedienstleister. Die Unternehmen der Gruppe firmieren unter dem gemeinsamen Dach der G+E Getec Holding GmbH. Das schwedische Unternehmen EQT ist Hauptgesellschafter und hält rund 75 Prozent der Gesellschaftsanteile. Die restlichen Anteile hält die Getec Energie Holding GmbH. Die Kunden kommen aus der Industrie und Immobilienwirtschaft.

Seit Mai 2017 ist Thomas P. Wagner Vorsitzender der Geschäftsführung der G+E Getec Holding GmbH, seit April 2018 zusätzlich CEO für das Industriesegment.

Magdeburg l 600 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2018, 700 Millionen sollen es 2019 werden: Getec wächst rasant. In den vergangenen Jahren hat sich das Unternehmen aus Magdeburg zum führenden Energiedienstleister in Deutschland entwickelt. Seit zwei Jahren nimmt Getec vermehrt auch ausgewählte internationale Märkte in den Blick. „Bis 2016 waren wir ein vorwiegend deutscher Player, mittlerweile machen wir rund 25 Prozent des Umsatzes außerhalb von Deutschland“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung von Getec, Thomas P. Wagner. Von rund 1400 Mitarbeitern sind etwa ein Drittel im Ausland – etwa in den Niederlassungen in Österreich, den Niederlanden, Polen, in der Schweiz oder Rumänien – beschäftigt. Gut 400 arbeiten am Stammsitz in Magdeburg.

Getec hat sich neu ausgerichtet

Möglich wurde das beschleunigte Wachstum auch durch eine Neuausrichtung im Unternehmen vor zwei Jahren. Getec, 1993 gegründet, entwickelte zunächst Wärme- und Energielösungen für die Wohnungswirtschaft und später für Industriekunden. Seit 2017 firmiert Getec unter dem Dach der neuen Gesellschaft „G+E Getec Holding GmbH“ – mit dem schwedischen Investor EQT als Mehrheitsanteilseigner und der Getec Energie Holding GmbH von Unternehmensgründer Karl Gerhold als Minderheitsgesellschafter. Das formulierte Ziel der neu entstandenen Gruppe: Stärkeres Wachstum, flächendeckende Präsenz auf dem deutschen Markt und auf ausgewählten Märkten im Ausland. Und das offensichtlich mit Erfolg. Der Investor entpuppe sich als der erhoffte Wachstumsbeschleuniger, sagt Geschäftsführer Wagner. Den Umsatz steigerte das Unternehmen seit dem Einstieg der Schweden um jeweils rund 100 Millionen Euro im Jahr.

Die neu entstandene Getec verfolgt die Strategie, vermehrt auch auf europäischen Märkten als Spezialist für das Contracting-Geschäft wahrgenommen zu werden. Contracting bedeutet: Getec liefert Energieversorgungsleistungen für seine Kunden, je zur Hälfte sind das Immobilienkonzerne und industrielle Kunden, etwa Chemieunternehmen wie Clariant. Getec entwickelt, baut, finanziert und betreibt Anlagen. Vorteil: Der Kunde spart eigenes Investitionskapital und bezieht die Nutz- energie – das kann Wärme, Kälte, Dampf oder Strom sein – aus den modernen Anlagen des Dienstleisters. Getec wiederum hat ein Interesse daran, die Anlage möglichst effizient zu betreiben. Denn der Gewinn orientiert sich auch an der eingesparten Energie.

Großer Getec-Auftrag in der Schweiz

Im europäischen Ausland wurde jüngst auch der größte Auftrag in der Firmengeschichte unter Dach und Fach gebracht. Seit September 2018 entwickelt die Unternehmensgruppe für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag im rumänischen Podari eine Energiezentrale für das Schweizer Chemie-Unternehmen Clariant. Ende 2020 soll sie fertig sein. Clariant hat eine Technologie entwickelt, mit der sich nahezu treibhausgasneutraler Biokraftstoff, gewonnen aus Weizenstroh, erzeugen lässt. Den Reststoff Lignin verarbeitet Getec in einer modernen Energieerzeugungsanlage. Produziert wird Dampf, der zur Versorgung des Clariant-Standortes dient. Eingesetzt wird also grüne Energie, das Produkt ist ebenfalls grün. Für Wagner „ein Mega-Referenzprojekt“. Und: Ein Vorhaben, das die Strategie des Unternehmens aus Magdeburg unterstreicht, Unternehmen fit für die Energiewende zu machen. Der Bedarf bei den Kunden sei immens, sagt Thomas P. Wagner: „Alle überlegen doch, wie es gelingen kann, fossile durch nachhaltige grüne Brennstoffe zu ersetzen und den CO2-Fußabdruck zu verbessern.“ Das gilt nicht nur für viele Wirtschaftsunternehmen, sondern auch für die Immobilienwirtschaft.

Ein Referenzprojekt in diesem Bereich: Auf einem 50 Hektar großen früheren Gelände der US-Streitkräfte im hessischen Hanau entsteht ein Wohnquartier mit 1600 Wohnungen. Getec entwirft das Konzept für eine zentrale und intelligente Energieversorgung, bei der Wärme-, Stromerzeugung und Mobilität miteinander vernetzt werden. Umsetzung: In den nächsten anderthalb Jahren.

Getec kooperiert mit Rolls-Royce

Jüngster Coup: Vor einer Woche vermeldete Getec die Kooperation mit Rolls-Royce. Gemeinsam wolle man dezentrale Energieversorgungsanlagen in Europa bauen und betreiben. Die Getec-Gesellschaften fungieren auch hier als Dienstleister bei Konzeption und Finanzierung, bei der Errichtung von Anlagen und bei deren Betrieb und Service.

Getec mit Magdeburg verwurzelt

In Magdeburg fühlt sich Wagner mit der Getec indes weiter fest verwurzelt. Alle zentralen Funktionen sind am Stammsitz angesiedelt. Bei der Anwerbung von neuen Mitarbeitern stellt sich für ihn die Fachkräfte-Problematik bislang noch nicht. „Wir haben einen guten Pool an Talenten in Magdeburg.“ Sicher müsse auch Getec mittlerweile größere Anstrengungen unternehmen. Arbeitnehmer fänden es indes zunehmend attraktiv, etwas für Umwelt und Gesellschaft zu tun. Hinzu kommen ein attraktiver Campus und andere Anreize wie etwa ein hauseigener Kindergarten.

Auch insgesamt blickt Wagner optimistisch nach vorn. Getec habe sich in über 25 Jahren einen Namen gemacht und zuletzt eine immer größere Reputation auch außerhalb Deutschlands erarbeitet. Das Geschäftsmodell kommt in Zeiten der Energiewende am Markt gut an. Zudem setze man auf langfristige Dienstleistungsverträge.

Der erwartete Rekordumsatz von 700 Millionen Euro für das laufende Jahr 2019 dürfte, wenn es so weiterläuft, 2020 neuerlich pulverisiert werden.