Sachsen-Anhalt Energie

Etwas mehr als 28 Millionen Euro stehen bis 2021 in dem Förderprogramm Sachsen-Anhalt Energie zur Verfügung. Bislang sind 95 Anträge von Unternehmen in Höhe von 7,46 Millionen Euro bewilligt worden. Für die Abwicklung der Zuschüsse ist die Investitionsbank Sachsen-Anhalt zuständig.

Das Programm wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gespeist. Kleine und mittlere Unternehmen müssen mindestens 10 000 Euro investieren. Große Firmen werden ab 100 000 Euro gefördert. Mindestens 20 Prozent Energie müssen eingespart werden.

Meitzendorf l Sachsen-Anhalts Landesregierung will bis 2020 rund fünf Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das Ziel kann nicht ohne die Unternehmen im Land erreicht werden. Ein Förderprogramm unterstützt seit März 2016 Firmen – zum Beispiel bei der Investition in effizientere Maschinen. 95 Anträge sind bereits bewilligt.

35 Sekunden. So lange hat der große Kasten in der Fertigungshalle von Laempe Mössner Sinto im Barleber Ortsteil Meitzendorf gebraucht, um den kleinen Metall-Baum auszuschneiden. Der große Kasten ist eine Laserschneideanlage. Mit dem Gerät fertigt der Mittelständler normalerweise Bauteile für die Anlagen, die Laempe an Kunden in der ganzen Welt liefert. So schnell wie heute hat die Maschine nicht immer gearbeitet: Die Barleber haben in einen neuen Laser investiert. Der schneidet das Blech nun noch rasanter als zuvor. Die Produktivität ist deswegen gestiegen, erzählen die Geschäftsführer Frank Arlt und Andreas Mössner.

Schmuckstück für Schreibtisch

Fast 650.000 Euro hat Laempe für die neue Technik ausgegeben. 162.000 Euro hat das Land aus dem Förderprogramm Sachsen-Anhalt Energie zugeschossen, weil der neue Laser 50 Prozent weniger Strom verbraucht und 68 Tonnen CO2 im Jahr einspart. Am Donnerstagmittag streicht Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) über die Kanten des kleinen Blechbaums. Ganz glatt, sagt Dalbert. „Den stelle ich mir auf den Schreibtisch.“

Der Maschinenbauer Laempe Mössner Sinto ist eines von 95 Unternehmen in Sachsen-Anhalt, die Mittel aus dem Energie-Förderprogramm abgerufen haben. Seit März des vergangenen Jahres ist das möglich. Bis Ende September 2017 konnte das Land bereits 7,46 Millionen Euro bewilligen. Damit sind Investitionen in energiesparende Maßnahmen in Höhe von 20 Millionen ausgelöst worden, sagt Henning Schwarz, Geschäftsführer der Investitionsbank. In dem Topf stehen bis 2021 noch mehr als 28 Millionen Euro zur Verfügung. Viele kleine und mittlere Unternehmen schreckten noch immer vor Investitionen in die Energieeffizienz zurück, hat Ministerin Dalbert festgestellt. Die Landesenergieagentur Lena fährt deswegen schon seit einiger Zeit durch das Bundesland und versucht, Betrieben die Fördermillionen schmackhaft zu machen. Je nach Größe der Firma werden bis zu 50 Prozent der Investitionssumme bezuschusst.

Ehrgeiziges Ziel

Auch bei Laempe Mössner Sinto in Barleben hat Lena ein sogenanntes Enegieaudit durchgeführt und danach Empfehlungen abgegeben, wie die Firma Energie einsparen könnte. Aber auch Geschäftsführer Andreas Mössner sagt: „Wenn es die Förderung des Landes nicht gegeben hätte, hätten wir das sicher nicht gemacht.“ Bei Laempe arbeiten derzeit rund 220 Mitarbeiter. Weil die Auftragslage rosig ist, beschäftigt das Unternehmen zudem noch etwa 100 Leiharbeiter. Die Kunden der Barleber sind vor allem große Automobilhersteller. An die Autobauer liefert Laempe schlüsselfertig große Kernschießanlagen, die benötigt werden, um Gussteile herzustellen.

Sachsen-Anhalts Landesregierung hatte sich im Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt, den Ausstoß des Kohlenstoffdioxids CO2 bis 2020 auf 31,3 Millionen Tonnen pro Jahr zu begrenzen. Derzeit werden im Bundesland etwa 36 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre gepustet. Alle Ministerien werden im kommenden Jahr weitere Vorschläge auf den Tisch legen, um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, kündigt Dalbert an.