Magdeburg (dpa) l Sachsen-Anhalts Wirtschaft hat im vergangenen Jahr einen Export-Rekord erzielt. Die Ausfuhren der Unternehmen stiegen um rund vier Prozent auf etwa 15,4 Milliarden Euro, wie Wirtschaftsminister Armin Willingmann am Dienstag sagte. Das sei der höchste Wert seit der Wiedervereinigung 1990. Trotz zahlreicher Krisen weltweit sei es den Unternehmen gelungen, neue Absatzmärkte zu erschließen, sagte der SPD-Politiker. Das Land werde Unternehmen weiter unterstützen und etwa Messeauftritte im Ausland fördern.

Fast 80 Prozent der Exporte gingen in Länder der Europäischen Union. Wichtigstes Abnehmerland war Polen. Erhöht haben sich den Angaben zufolge auch die Ausfuhren nach Russland – trotz der EU-Sanktionen. Diese Beschränkungen träfen nur wenige Unternehmen, die dann aber besonders heftig, sagte Willingmann. Auf europäischer Ebene müsse deshalb über gezielte Hilfen für diese Betriebe nachgedacht werden.

Auch bei den Einfuhren gab es 2017 einen neuen Rekord. Die Importe stiegen 2017 um gut zehn Prozent auf 16,3 Milliarden Euro. Dass Sachsen-Anhalt mehr importiert als exportiert hat, hält Willingmann nicht für eine schlechte Nachricht. "Höhere Importe, etwa von Öl oder weiteren Rohstoffen, stehen häufig im Zusammenhang mit einer höheren Produktion der heimischen gewerblichen Wirtschaft."

Kritik übte Willingmann an den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzöllen. "Zölle sind Gift für den Welthandel und gefährden allerorts den Wohlstand." Auch Sachsen-Anhalts Wirtschaft sei betroffen: 2017 wurden Waren im Wert von 766 Millionen Euro in die USA exportiert – etwa pharmazeutische Produkte und Glas.