Hannover (dpa) l In Niedersachsen ist vergangenes Jahr etwas mehr Hanf angebaut worden als 2018. Die bewirtschaftete Fläche vergrößerte sich von 627 auf 633 Hektar, wie aus Daten der Landwirtschaftskammer hervorgeht. 2016 waren es demnach noch 464 Hektar. Bei dem Hanf handle es sich um Nutzhanf, sagte eine Sprecherin des 3N Kompetenzzentrums, an dem die Landwirtschaftskammer beteiligt ist. Dabei geht es um Pflanzen, die nahezu frei von der psychoaktiven Substanz Tetrahydrocannabinol (THC) sind.

Faserhanfsorten machten den größten Anteil aus. Die aus den Stängeln der Pflanzen gewonnenen Fasern werden für Dämmstoffe oder für Innenverkleidungen von Autos verwendet. Diese Hanfsorten werden der Sprecherin zufolge vor allem im Nordwesten Niedersachsens, im Grenzgebiet zu den Niederlanden, angebaut. Das liege daran, dass in den Niederlanden zwei wichtige Hanfverarbeiter ihren Sitz haben. Die Fasern seien dank ihrer Stabilität und Bruchsicherheit besonders hochwertig.

Auf einem kleineren Anteil der Gesamtfläche wachsen in Niedersachsen Körnerhanfsorten. Die Samen werden gedroschen und zu Hanfölen verarbeitet. Im Unterschied zu medizinischem Hanf enthalte Nutzhanf praktisch kein drogenwirksames THC.

Bilder

Gemessen an den Anbauflächen sei Hanfanbau in Niedersachsen "eine Nische", sagte die Sprecherin. Hinzu komme, dass es wenig verarbeitende Betriebe gebe. An die Fasern zu gelangen, sei aufwendig und erfordere Spezialmaschinen. "Das Interesse, Hanf anzubauen, ist größer als die Möglichkeit", sagte die Sprecherin.

Hanf dient auch als natürliche Pollenabwehr: Saatguthersteller pflanzten Hanf als Trennstreifen zwischen ihren Felder. Die Pflanzen wachsen hoch, das dichte Blattwerk schotte die Felder von Pollen ab und wirke "wie ein grüner Saum".