Magdeburg (dpa) l Die Apfelernte in Sachsen-Anhalt fällt in dieser Saison nur mau aus. Bis Ende Oktober würden zwar noch Äpfel geerntet, sagte der Geschäftsführer des Landesverbandes Sächsisches Obst Udo Jentzsch, der auch Sachsen-Anhalts Obstbauern vertritt. Es sei aber absehbar, dass in diesem Jahr nur 70 Prozent der sonst üblichen Erntemenge von den Bäumen geholt würden, sagte er. Der Verband prognostiziert für diese Saison eine Ernte 13.000 Tonnen Äpfeln – die schlechteste der vergangenen fünf Jahre.

Gelitten habe auch die Qualität. Grund seien der viele Regen und Hagelstürme, betonte Jentzsch. Deshalb werde es weniger Tafeläpfel geben, diese seien dann aber von guter Qualität. Dafür gingen mehr Äpfel in die industrielle Verarbeitung, etwa für Saft.

Das bedeute finanzielle Einbußen für die Obstbauern. Für Mostobst bekämen sie etwa 25 Cent pro Kilogramm. Spitzenpreise bei Tafelware lägen bei 1,40 Euro pro Kilogramm. Der Preis für die Kunden könne bis zu 2,49 Euro betragen, sagte Jentzsch. Rund 60 Prozent der Versorgung mit Äpfeln kämen aus heimischer Produktion.

Infografik: Viele Äpfel, einige Erdbeeren | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Hauptanbaugebiet in Sachsen-Anhalt sei die Region um den Süßen See. Große Gebiete seien das Alte Land im nördlichen und die Bodensee-Region im südlichen Deutschland. Nach Verbandsangaben liegt der Anteil Sachsen-Anhalts an der deutschen Apfel-Jahresproduktion mit den erwarteten 13.000 Tonnen bei 2,3 Prozent, an der europäischen Jahresproduktion bei 0,14 Prozent.

Bereits bei anderem Baumobst hatten die Landwirte Einbußen erlitten. Erhebliche Ausfälle gab es auch bei Aprikosen und Kirschen. Laut Statistik wurde in Deutschland 2017 auf knapp 50.000 Hektar Baumobst angebaut. In Sachsen-Anhalt waren es 1100 Hektar.