Magdeburg l Schüler und Eltern im Süden und Osten Sachsen-Anhalts müssen am Mittwoch und Donnerstag mit Unterrichtsausfall rechnen. Verdi und die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft haben für den 20. Februar in Halle und für den 21. Februar in Dessau ganztägige Warnstreiks angekündigt. Vor allem tarifbeschäftigte Lehrer und Erzieher sowie Hochschulbeschäftigte seien zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, wie Eva Gerth, Landesvorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt am Montag mitteilt: "Es gilt ein deutliches Zeichen zu setzen und den Arbeitgebern klar zu machen, dass auch die Beschäftigten im Länderbereich mehr wert sind."

Die zweite Verhandlungsrunde am 6. und 7. Februar hätten gezeigt, dass sich die Haltung der Arbeitgeber nicht grundsätzlich geändert hätte, auch ein verhandlungsfähiges Angebot blieb laut Ankündigung aus. Mit dem Ziel, den Druck auf die Arbeitgeber vor der dritten Verhandlungsrunde zu erhöhen, sollen das südliche Sachsen-Anhalt sowie die Kreise Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg in die Warnstreiks einbezogen werden.

Das Bildungsministerium Sachsen-Anhalt sagte zu den angekündigten Warnstreiks, dass sichergestellt werde, dass überall ein Betreuungsangebot vorgehalten wird. Gerade an Grundschulen sei es das Ziel, die verlässlichen Öffnungszeiten zu gewährleisten.

Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 200 Euro im Monat. Ein Sprecher von Finanzminister André Schröder (CDU) sagte am Montag zu dpa, er halte eine Einigung in der dritten Verhandlungsrunde für möglich. Der nächste Verhandlungstermin wurde für den 28. Februar und 1. März in Potsdam vereinbart.

Von den Verhandlungen über den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder sind in Sachsen-Anhalt rund 60.000 Beschäftigte betroffen. Mehr als 36.000 Tarifbeschäftigte und etwa 25.000 Beamte, Richter sowie Versorgungsempfänger in Sachsen-Anhalt sind von einem möglichen Tarifabschluss betroffen.