Tornitz l So richtig loslassen kann und will Eckhardt Henschel noch nicht. 69 ist ja auch noch kein Alter. Zusammen mit seinen Söhnen Hendrik (43) und Mario (41) ist er Geschäftsführer von Henschel Stahlbau in Tornitz (Salzlandkreis).

In diesem Jahr feiert das Stahlbau-Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen. 1919 gegründet, standen anfangs Reparaturen für Bauern und das Beschlagen von Hufen im Mittelpunkt der täglichen Arbeit. Heute macht das Unternehmen einen Umsatz von 24 Millionen Euro.

Maschinenbauer ordert in Tornitz

Eines hat sich nicht geändert: Immer noch kommen wichtige Abnehmer aus der Region. Heute ordert etwa der Windturbinenhersteller Enercon in Tornitz. Metallteile des Industriezulieferers aus dem Barbyer Ortsteil gehen an den Maschinenbauer Doppstadt aus Calbe oder an Ambulanz-Mobile aus Schönebeck.

Ein Produkt aus dem Hause Henschel dürfte vielen bekannt sein: Einkaufswagenboxen auf den Parkplätzen des Lebensmitteldiscounters Lidl. Auf dem Gelände von Filialen europaweit stehen die in Tornitz gefertigten Hütten aus Glas und Metall, in denen Wagen abgestellt werden. Ein Prestige-Projekt waren Spezialteile für das Pretziener Wehr. Für die Grüne Zitadelle in Magdeburg wurden kühn geschwungene Geländer und Treppen gefertigt.

Industrie 4.0

Gegenwärtig macht das Unternehmen alles, um sich auf die neuen Zeiten einzustellen. Industrie 4.0 lautet das Zauberwort. Auf 12.000 Quadratmetern Produktionsgelände kommen modernste Maschinen zum Einsatz. Mehrere Millionen Euro wurden für die Anschaffung von Plasmaschneideanlagen, Faserlaser oder Schweißroboter in die Hand genommen. Eckhard Henschel sieht keine Alternative zu den Investitionen: „Mitziehen oder untergehen – anders geht‘s heute nicht.“

Die Perspektiven sind weiter gut – in seinem Segment fühlt sich das Unternehmen aus Tornitz gut aufgestellt. Fazit: Die nächsten hundert Jahre können kommen, findet Eckhardt Henschel.