Bad Bibra (dpa) l Die Lage der vom Aus bedrohten Burgenlandkäserei in Bad Bibra ist nach Einschätzung von Landrat Götz Ulrich weiter kritisch. Die erste große Gesprächsrunde mit Eigentümern, Vertretern der Beschäftigten, Politikern und Landwirten habe am Montag noch kein Ergebnis gebracht, sagte der CDU-Politiker am Abend. Zwar sei ein Gesprächsfaden aufgebaut und viele Ideen ausgetauscht worden, sagte Ulrich. Die Schließung der Käserei mit rund 110 Beschäftigten stehe jedoch unverändert im Raum.

Der Burgenlandkreis und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hatten zum ersten Runden Tisch eingeladen. Die Gespräche dauerten vier Stunden. Im August ist eine zweite Runde geplant. Hintergrund sind die Pläne der größten Genossenschaftsmolkerei, Deutsches Milchkontor (DMK), die Käserei nächstes Jahr zu schließen. Das DMK will damit auf die Kündigungswelle unzufriedener Landwirte reagieren. Sie verlangen höhere Preise für ihre Milch, die das DMK bisher nicht zahlen will. Nach Angaben der Genossenschaft wird die verarbeitete Milchmenge deshalb von 7,3 Milliarden Kilo Milch in den kommenden zwei Jahren um bis zu 1,7 Milliarden Kilo sinken. Damit seien nicht mehr alle Standorte ausgelastet. Neben Bad Bibra sollen auch Werke auf Rügen sowie in Nordrhein-Westfalen aufgegeben werden.

Im Süden Sachsen-Anhalts sorgen die Pläne für Kritik und Protest. Das Werk sei gut ausgelastet und produziere mit dem Rohkäse für Mozzarella, Kräuterkäse und typischen Sorten wie Gouda beliebte Produkte, sagte etwa Landrat Ulrich. Es fehle lediglich an Milchlieferungen. Die Beschäftigten sammelten bei einer Online-Petition in weniger als zwei Wochen bisher mehr als 2370 Unterschriften für den Erhalt der Burgenlandkäserei.