Magdeburg l Deutschland bekommt bis 2022 das superschnelle Internet 5G - allerdings nicht überall. Vor allem auf dem flachen Land werden Lücken bleiben. So hat es die Bundesnetzagentur in Bonn beschlossen. In Sachsen-Anhalt sind viele enttäuscht.

„Wir brauchen eine flächendeckende Versorgung mit 5G – also bis zu jeder Milchkanne“, sagte Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert (Grüne). Modernste Agrartechnik, Telemedizin oder fahrerloses Fahren funktioniert nur mit dem Turbo-Internet. Die Frequenzen werden im Frühjahr versteigert. Folgende Vorgaben müssen die Anbieter erfüllen: 98 Prozent der Haushalte sollen bis 2022 mit 5G versorgt sein; hinzu kommen Autobahnen, Bundesstraßen und stark befahrene Bahnstrecken.

Die zwei fehlenden Prozent machen aber allein in Sachsen-Anhalt etwa 24.000 Haushalte und gut 50.000 Betroffene aus. Zudem sind viele kommunale Straßen nicht versorgt. Für viele Betriebe ist das nicht akzeptabel. IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfgang März fordert daher schnellstmöglich eine Versorgung mit leistungsfähigen Netzen.

„Es gibt Verbesserungen, aber ich hatte mir noch mehr erhofft“, sagte Wirtschafts-Staatssekretär Thomas Wünsch (SPD). Er saß mit im Beirat, der die Netzangentur beraten hat. Die nächste Chance fürs flache Land gibt es 2022, wenn neue Frequenzen versteigert werden, die stärker in die Fläche reichen.

Die Lage würde sich deutlich bessern, wenn sich Kunden eines Anbieters in die Antenne eines anderen einwählen könnten. Doch das bleibt ungeregelt – wie schon beim 4G-Standard. Hendrik Lange (Linke) kritisiert: „Wir machen den gleichen Irrsinn wieder.“