Cobbel l Angela Jackowski aus Cobbel hat schon vor Langem den Tierschutz zu ihrem Lebensinhalt gemacht, sie gibt alles für ihre Vierbeiner. Auf dem Pferdefreizeit- und Gnadenhof in Cobbel betreut sie inzwischen 17 Tiere, die zum Teil eine schlimme Vergangenheit hatten. Misshandelt, für den Reitsport gequält oder direkt nach ihrer Geburt für den Schlachter vorgesehen waren sie, bevor sie nach Cobbel kamen.

Dort gab ihnen Tierfreundin Angela Jackowski mit ihrem Verein „Interessengemeinschaft Freizeit mit Pferden und Pferdeschutz“ wieder Vertrauen, beschäftigt sich täglich mit ihnen und lässt die sanften Riesen artgerecht in einer großen Herde leben. Eigentlich seien es derzeit zwei Gruppen, denn die älteren Tiere kämen mit den Jungen oft nicht mehr so mit, erzählt sie.

Ihr Ziel war es von Anfang an, in Not geratenen Tieren ein pferdegerechtes neues Zuhause zu bieten, aber auch die Menschen für das Thema Tierwohl zu sensibilisieren. 2005 erhielt sie einen Tierschutzpreis des Landes Sachsen-Anhalt für die artgerechte Pferdehaltung.

Bilder

Regelmäßig gibt es das Zwergenreiten – ein Angebot für Kinder, die frühzeitig an einen sensiblen Umgang mit Pferden herangeführt werden sollen. Der Verein, der hinter dem Schutz- und Gnadenhof steht, bestehe derzeit aus rund 20 Mitgliedern, so Angela Jackowski.

In den Jahren mit ihren Vierbeinern hat sie viel erlebt, hat junge Kaltblut-Fohlen und auch erwachsene Tiere vor dem Schlachter gerettet - einmal sogar mit Nachwuchs im Bauch, von dem noch keiner etwas wusste.

Ihre Liebe zu den Tieren hat sie Kraft gekostet, das sieht man der 66-Jährigen an. Und doch kämpft sie jeden Tag für das Glück der Pferde. Das größte Problem für den Gnadenhof in Cobbel ist derzeit die wiederholte Dürre ringsum.

Neun Badewannen voll Wasser jeden Tag

Nicht nur auf den eigenen Flächen wächst nichts mehr, auch ringsum wird das Heu knapp und teuer. Das sei schon im Vorjahr so gewesen, erzählt Angela Jackowski. Die Heupreise seien durch die Decke gegangen und sie habe zu tun, noch bezahlbares Futter zu finden.

Etwa 200 Rundballen im Jahr brauchen die Tiere. Viele Bauern ringsum würden derzeit gar nicht verkaufen, weil sie nicht wissen, ob die zweite Mahd noch Sinn macht und sie selbst Reserven brauchen.

Hinzu kommt, dass der Grundwasserstand so abgesunken sein muss, dass die Brunnen auf dem Gelände des Gnadenhofes trocken gefallen sind. Das Wasser, das ihre Tiere täglich zum Trinken brauchen – immerhin neun Badewannen am Tag –, zieht sie derzeit aus der Wasserleitung und das kostet richtig Geld.

Vom Teich auf dem Spieleparcours, in dem sich die Tiere abkühlen und ihre Angst vor dem Wasser verlieren konnten, können die heute nur träumen, denn auch dort fehlt das Wasser. Ihr Wunsch wäre es, einen neuen, tieferen Brunnen setzen zu lassen, doch das würde um die 7000 Euro kosten. Geld, das Angela Jackowski nicht hat und das sie hofft, über Spenden anderer Tierfreunde zusammenzubekommen.

Wer sich für den Gnadenhof interessiert oder unterstützen möchte, kann sich unter www. pferdefreizeithof-cobbel.de informieren.