Seit Mitte Februar sind wir, Ina und Meik Endres zuletzt in Deutschland auf dem Schönhauser Damm lebend, nun mit unserer Hündin „Mia“auf der schönen Kanaren-Insel La Gomera, die wir von früheren Aufenthalten gut kennen und immer noch lieben. Der „Esel“, unser Wohnmobil, ist inzwischen verkauft (er hätte mit deutschem Kennzeichen nicht länger als ein halbes Jahr auf den Kanaren bleiben dürfen) und wir haben bis Mitte Dezember teuer in einem Appartement mitten im spanischen Alltagsleben gewohnt, waren hier in eben dieses Alltagsleben gut integriert was Jobs und Freunde/Bekannte angeht.

Nun verändert sich La Gomera aber momentan stark in eine Richtung, die uns nicht mehr so gut gefällt: es wird hier immer „touristischer“, das heißt auch, es gibt kaum noch Wohnungen zur Dauermiete, und wenn, dann nur sehr teuer. Alle Vermieter wollen nur noch touristisch vermieten, weil das natürlich mehr einbringt. Lieber lassen sie die Wohnungen teilweise leer stehen, als Dauermieter zu nehmen.

La Gomera verändert sich

Noch gibt es das allabendliche Trommelkonzert der Hippies in La Playa, aber wie lange noch? Die Hippies, die ja seit vielen Jahren auch das Flair der Insel prägen, sind von Gemeindeseite nicht mehr wirklich erwünscht. Immer noch ist die Insel weit entfernt vom Massentourismus, aber so entspannt, wie es hier in jeder Hinsicht vor ein paar Jahren noch war, ist es einfach nicht mehr. Es ist insgesamt voller und es kommen mehr sogenannte „Qualitätstouristen“, die auf andere Dinge Wert legen als die Menschen, die früher hier Urlaub gemacht haben. Somit verändert sich das Gesicht der Insel und viele denken über Veränderungen nach. Alles ist ein bisschen im Aufbruch.

Umzug nach El Hierro

Wir auch: Wir hatten schon viel von der Nachbarinsel El Hierro gehört und, dass es dort noch ruhiger zugehen soll als hier. Also haben wir uns im Oktober aufgemacht, um El Hierro kennenzulernen. Und haben uns verliebt! Kritiker sagen, dort sei ja GAR NICHTS los – also so ähnlich wie auf dem Schönhauser Damm ;-). Wir finden gerade das schön, Landeier, die wir sind. Nun haben wir dort, in La Frontera im Tal El Golfo ein Häuschen zur Miete gefunden. Es ist ein kleines, altes Kanarenhäuschen, frisch renoviert. Vorher war es fast schon eine Ruine und wir sind die ersten, die es bewohnen werden. Wir können dort im Garten ein bisschen Obst und Gemüse anbauen, uns also mehr oder weniger selbst versorgen, zahlen 200 Euro weniger Miete als hier und haben unser eigenes Reich. Nun war ich (Ina) mit einer Freundin vor ein paar Tagen mit zwei vollgepackten Autos dort, also sind fast alle unsere Sachen schon da. Wir sind aber bis Ende Dezember noch auf La Gomera in der Wohnung dieser Freunde und hüten deren Hunde („Coco“ ist „Mias“ beste Freundin), während die beiden in Deutschland Weihnachtsbesuche machen. Am 1. Januar ziehen wir dann mit leichtem Gepäck ganz um und nehmen unser Häuschen in Besitz.

Sehen, was die Zukunft bringt

Natürlich werden wir die hier gefundenen Freunde vermissen, aber wir sind ja nicht aus der Welt, die ersten Besucher sind schon angemeldet. Jobtechnisch wird es dort sicherlich auch Möglichkeiten für uns geben, Ideen haben wir genug: mit unserem Schmuck und Kunsthandwerksartikeln auf den Markt gehen, oder eine Bar eröffnen, oder wieder angestellt in einem Lädchen arbeiten, oder, oder... es wird sich finden.

Frikassee an Heiligabend

Weihnachten sieht hier etwas anders aus als in Deutschland. Erstens herrschen hier auch um diese Jahreszeit strand- und badetaugliche Temperaturen. Zweitens gibt es hier nicht so viel Weihnachtstrubel wie in Deutschland, keine Weihnachtsmärkte mit Glühwein etc., und auch nicht so viele gestresste Menschen im Weihnachts-Einkaufs-Fieber. Auch hier gibt es glitzernden Weihnachtsschmuck auf den Straßen und an den Häusern, aber nicht in dem Ausmaß wie in Deutschland. Weihnachtssterne blühen baumhoch in den Vorgärten, Tannenbäume sind selten echt, gehören auch nicht zur ursprünglichen spanischen Tradition. Geschenke gibt es in den spanischen Familien nicht an Heiligabend, sondern am 6. Januar. Nur der 25.12. ist Feiertag. Und die Geschenke werden nicht vom Christkind, sondern von den Heiligen Drei Königen gebracht.

Heiligabend gab es typisch Deutsch Frikassee, Tochter Anja war zu Besuch. Nun warten wir auf Silvester, wenn unsere Freunde wiederkommen. Es gibt weniger Feuerwerk als in Deutschland, worüber die Hunde sicher froh sind. Dafür wird um Mitternacht mit jedem Glockenschlag eine Weintraube gegessen. Das soll Glück für das Neue Jahr bringen.

In diesem Sinne wünschen wir allen in der (k)alten Heimat einen guten Rutsch in ein gesundes, glückliches 2019!