Lüneburg/Hamburg (dpa) - Mag auch noch so ungemütliches Winterwetter das Land frösteln lassen - im niedersächsischen Lüneburg blühen "Rote Rosen".

Der in der malerischen Stadt angesiedelten ARD-Nachmittagstelenovela um Beziehungskrisen und Selbstverwirklichung zumeist reiferer Menschen halten seit der ersten Folge 2006 im Schnitt mehr als eineinhalb Millionen Zuschauer die Treue. Nicht zuletzt Frauen gesetzteren Alters gehören zur gern auch mal an die Lüneburger Originalschauplätze rund um das fiktive Nobelhotel "Drei Könige" pilgernden Fernsehfamilie. Steht doch in jeder Staffel jeweils eine meist prominent besetzte Heldin von Mitte 40 im Mittelpunkt, mit der sie sich mit Leib und Seele identifizieren können.

In der 15. Staffel, die an diesem Dienstag um 14.10 Uhr startet, ist das die von der beliebten Theaterschauspielerin Madeleine Niesche ("SOKO Köln", "Danni Lowinski") verkörperte Keramikmeisterin Sonja Röder, eine Frau mit schwerer Kindheit. Sonja, als Tochter einer medikamentensüchtigen Mutter einst adoptiert vom Unternehmer-Ehepaar Pasch, ereilt ein Ruf in ihre alte Heimat Lüneburg, weil sie die marode Familien-Keramikmanufaktur der Paschs wieder auf Erfolgskurs bringen soll.

Es wird auch ein Wiedersehen mit ihren Geschwistern. Denn kurz zuvor hat Bruder Gregor Pasch (Wolfram Grandezka, "Verbotene Liebe") als taffer Sanierer die Geschäftsführung übernommen. Und ihre Schwester Eva (Andrea Lüdke), eine international tätige Marketing-Expertin, hat sich ebenfalls entschlossen, nach Lüneburg zu kommen. Vor allem, um ihrem gerade in Las Vegas spontan angetrauten Traummann Tilmann (Björn Bugri) nahe sein - einem Sattlermeister und Pferdenarren, der sich auf einem Gutshof eine eigene Werkstatt aufbaut.

Im Sinne des "Rote Rosen"-Konzepts ergeben sich die Konflikte hier nicht allein aus dem Ringen um den Erhalt der Firma, in der auch Mutter Sibylle (Johanna Liebeneiner) noch ein Wort mitzureden hat. Der Zusammenhalt der Schwestern wird in erster Linie durch den einfühlsamen Tilmann auf die Probe gestellt. Und Frauenschwarm Gregor hat es ausgerechnet die attraktive Carla (Maria Fuchs) angetan - Gattin des Wirtschaftsstadtrats Torben Lichtenhagen (Joachim Kretzer), der ihn nach Lüneburg geholt hat.

Für Schauspielerin Andrea Lüdke, populär geworden Ende der 90er Jahre als Polizeimeisterin Tanja König in der ARD-Krimiserie "Großstadtrevier", ist es die erste Rolle in einer Daily Soap, die ja über eine lange Zeit tägliches Drehen und abends Text lernen für den nächsten Tag bedeutet. "Den Stress sehe ich als kleine Olympiade. Wenn man da durch ist, kann einem nicht mehr viel passieren", sagte die 54-jährige Hamburgerin der Deutschen Presse-Agentur.

Als arbeitende Mutter von drei Töchtern habe sie sich allerdings längst ein gutes Zeitmanagement angewöhnt. Für die Rolle als Eva Pasch - eine ehemalige Dressurreiterin - nahm die Schauspielerin sogar schon vor Drehbeginn Reitunterricht - um vor der Kamera im Sattel eine gute Figur zu machen, auch beim Pferderennen.

"Eva liebt die Herausforderung und den Wettkampf, insbesondere mit ihrem kleinen Bruder Gregor", sagt Lüdke. Der Hinweis ist ihr wichtig - weil sich Frauen doch auch heute noch gern zurücknähmen und ihr Licht oft unter den Scheffel stellten.

Gregor-Darsteller Wolfram Grandezka wusste aus intensiver Erfahrung, welchen Einsatz eine Daily Soap verlangt. Elf Jahre lang bis 2015 hat er erfolgreich den intriganten Grafen Lahnstein in "Verbotene Liebe" (ARD) verkörpert. "Der Reiz bei einer lang laufenden Figur ist ja, dass man sie entwickeln kann", sagt der Schauspieler. So sei sein Gregor zwar smart und machtbewusst, doch wolle er ihm gemeinsam mit den Autoren mehr und mehr Facetten verleihen. Deshalb hat sich Grandezka vertraglich ausbedungen, auch über die 15. Staffel hinaus bei "Rote Rosen" dabei zu sein. 

ARD zu Madeleine Niesche