Berlin (dpa) - Bei den Daily Soaps "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" und "Unter uns" des Senders RTL wird ab Montag wieder gedreht - wegen des Coronavirus allerdings unter starken Sicherheitsvorkehrungen. Der Dreh für die Serie "Alles was zählt" ruht wegen eines Corona-Falls derweil noch für eine weitere Woche.

"In der Zwischenzeit wurde die Drehunterbrechung in der vergangenen Woche bei den Produktionen genutzt, um die Drehbücher und Sets den Sicherheitsmaßnahmen zur Risiko-Minimierung weiter anzupassen", sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. RTL hatte am vergangenen Wochenende zur Sicherheit der Crew einen Produktionsstopp verkündet.

"Durch die besonderen Dreharbeiten der täglichen Serien im Studio sind diese Optimierungen möglich. Der Drehbetrieb wird unter genauesten und strengen Hygienemaßnahmen, die so mit unseren Arbeitsschutzfachleuten im Einzelnen abgesprochen sind, durchgeführt", berichtete RTL.

So werde unter anderem der Mindestabstand aller Personen durchgängig gewahrt, die Verweildauer des Teams im Studio sei so gering wie möglich. "Haare und Make-up werden von den Schauspielerinnen und Schauspielern selbst übernommen. Mitarbeitende aus Cast und Team, die zu Risikogruppen gehören, stellt die Produktion frei, die Arbeit am Set derzeit fortzusetzen."

Bei der anderen RTL-Soap "Alles was zählt" wird der Drehbetrieb eine weitere Woche aussetzen. Grund ist ein positiver Corona-Befund eines Komparsen. Er hatte einen Dreheinsatz in der vorigen Woche gehabt, so dass zum Schutz aller eine Quarantänezeit eingelegt wird.

Sehr viele TV-Serienproduktionen in Deutschland sind wegen des Coronavirus für die nächste Zeit unterbrochen. RTLzwei stellte die Daily-Soap-Produktion aber auch auf verschärfte Bedingungen ein und will "Berlin - Tag & Nacht" und "Köln 50667" vorerst weiterdrehen.

Hierbei stehe die Gesundheit der Mitarbeiter im Mittelpunkt, sagte RTLzwei-Sprecher Martin Blickhan der dpa: "Ein weitestgehend kontaktloses Drehen, bei dem kontinuierlich und tagesaktuell alle Prozesse neu hinterfragt werden." Alle geltenden Infektionsschutzmaßnahmen würden eingehalten, betonte der Sender.

Das Produktionsteam sei "auf ein absolut notwendiges Minimum" verkleinert worden. "Ebenso verzichten wir auf Maske, Tonverkabelung und Dreharbeiten in Fremdmotiven. Die Castings für unsere Reality Soaps sind bereits seit geraumer Zeit ausgesetzt." Die Produktionen sicherten Jobs und die wirtschaftliche Existenz vieler Mitwirkender.

Man entscheide "täglich neu, ob eine gegebenenfalls eingeschränkte Weiterarbeit möglich oder eine Unterbrechung geboten ist". Zusätzlich zum Dreh für die Folgen, die später ausgestrahlt werden, gibt es nun eine Live-Sendung, die den regulären Episoden vorangestellt wird.

Unterdessen ruhen weiterhin die Dreharbeiten zu den ARD-Formaten "Sturm der Liebe" und "Rote Rosen". Sie werden mit einem recht großen Vorlauf produziert, daher kann das Erste noch voraussichtlich bis Ende Mai neue Folgen zeigen. "Danach stehen Wiederholungen auf dem Programm", sagte eine ARD-Sprecherin der dpa. "Alles andere lässt sich beim derzeitigen Stand noch nicht absehen."