Berlin (dpa) - Die Dolomiten sind ein beachtliches Gebirge. Vor allem wohl deshalb ist hier eine besonders beliebte Krimi-Reihe angesiedelt. Mit "Falsches Spiel läuft am Donnerstag (20.15 Uhr) im Ersten bereits der siebente Fall aus der Reihe "Der Bozen-Krimi".

Tobias Oertel (43, "Ein starkes Team", "Frauenherzen") ist seit dem ersten Fall dabei und gibt den Revierleiter Matteo Zanchetti mit einer Mischung aus Ironie, Naivität und Draufgängertum. Diesmal spielt er ein falsches Spiel, hinter das nicht nur seine Kollegen, sondern auch der Zuschauer blicken müssen, um das Geschehen zu verstehen.

"Matteo Zanchetti hat eine große Leidenschaft, gewisse Leute dingfest zu machen, die zur Mafia gehören", sagte Oertel der Deutschen Presse-Agentur. "Er ist kaum zu durchschauen, gerade weil er gute Kontakte zur Mafia hat und irgendein Mafioso stets seine schützende Hand über ihn hält. Das macht ihn sowohl für die Zuschauer als auch für seine Kollegen kaum greifbar."

In "Falsches Spiel" eilt ein Mann am späten Abend durch den Stollen eines Marmorwerkes, scheinbar ist er mit jemandem verabredet. Doch da streckt ihn erst ein Schuss aus dem Hinterhalt nieder, dann wird er von einem schweren Bagger überrollt; sein eigener Sohn Martin Auer (Aaron Friesz) findet später seine Leiche.

Derweil setzt "Capo" Zanchetti beim illegalen Pokerspiel alles ein, was er hat, und verliert - zur Freude des Spielhallenbesitzers (Tim Wilde). Keinen Grund zur Freude hat indes Frau Commissario, Sonja Schwarz (Chiara Schoras), deren Weingut in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Der eigens angestellte neue Verwalter (Harald Windisch) benimmt sich jedoch merkwürdig.

Merkwürdig sind hier noch ganz andere Personen und deren Aufgaben, Eigenheiten und Kompetenzen: Sonderermittlerin Carla Pisani (Jeanette Hain) hat noch eine Rechnung mit Zanchetti offen, der ja eigentlich der Chef von Sonja Schwarz ist. Schwarz muss sich gegen Gerüchte wehren, etwas mit Zanchetti gehabt zu haben, der sich zudem mit dem Mafia-Statthalter in Bozen herumplagen darf. Der wiederum steht unter der Beobachtung des verschlagenen Buchhalters der Mafia-Familie, und muss um das eigene Leben fürchten, weshalb er Zanchetti einen Mord anhängen will.

Nach Ansicht Oertels laufen TV-Krimis deshalb so gut, weil sie eine ähnliche Dramaturgie haben wie Märchen für Kinder. Diese Folge (Buch und Regie: Thorsten Näter) ist weniger märchenhaft, aber routiniert inszeniert und erzählt. Sie springt jedoch unvermittelt zwischen diversen Handlungsorten hin und her, bietet überwiegend zu platte Dialoge ("Was soll ich tun?" - "Gehen Sie duschen!") und wird erst zum Schluss richtig spannend.

Die fortlaufende Vermischung von diversen Erzählebenen (Weingut und Polizeirevier) funktioniert jedoch ganz gut - und das Schicksal der Bauernfamilie Auer, die erst einen Sohn und jetzt auch noch den Vater verloren und einen Mörder in ihrer Mitte hat, ist anrührend. Das oft stümperhafte Vorgehen der beiden Ermittler mag menschlich sein, ist - bis zum überraschenden Ende - jedoch vollkommen unverzeihlich. Da helfen auch die majestätischen Berge nichts.

Der Bozen-Krimi: Faslches Spiel