Berlin (dpa) - Als die beliebte Schauspielerin Lisa Martinek im vergangenen Sommer unerwartet bei einem Italien-Urlaub starb, hinterließ die 47-Jährige privat und beruflich riesige Lücken.

Wenige Monate zuvor war im Ersten die Serie "Die Heiland - Wir sind Anwalt" erfolgreich gestartet. Martinek spielte dabei die Hauptrolle, eine blinde Juristin. Die ARD entschied schließlich, das Format fortzusetzen - mit der neuen Hauptdarstellerin Christina Athenstädt. Die zweite Staffel von "Die Heiland - Wir sind Anwalt" startet an diesem Dienstag (20.15 Uhr, Das Erste) mit sechs neuen Folgen.

Bei den neuen Fällen von Romy Heiland (Christina Athenstädt) und Ada Holländer (Anna Fischer) geht es unter anderem um einen Mann, der im Wald lebt und angeblich wildert, oder eine Soldatin, die einen Diensthund der Bundeswehr stiehlt. Privat ist Romy wieder Single, denn ihr Ben (Peter Fieseler) hat eine neue Freundin - sie ist ebenfalls Anwältin. Zum Trost macht Romy einen Tanzkurs, bei dem ihr ausgerechnet Staatsanwalt Rudi IIlic (Aleksandar Jovanovic) als Partner zugeteilt wird.

Assistentin Ada macht auch so einiges mit: Ihr Freund ist beruflich in Thailand, ihr Halbbruder Ringo (Tim Kalkhof) verspielt ihr Geld beim Zocken und ein Busfahrer erinnert sie an ihren verschollenen Vater Peter (Rolf Kanies). Ihre Chefin bietet Ada, die gern mal unpünktlich und etwas verschusselt ist, einen Ausbildungsvertrag zur Rechtsanwaltsfachangestellten an. Mit Heilands Eltern kommen beide gut klar - Vater Paul (Rüdiger Kulhbrodt) war mal Richter und schreibt an seinen Memoiren, Mutter Karin (Peggy Lukac) trauert ihrem Beinahe-Schwiegersohn hinterher.

Die beiden Frauen in der ungewöhnlichen Serie (Regie: Oliver Dommenget, Christoph Schnee) sind sehr gegensätzlich, ergänzen sich aber erstaunlich gut. Anna Fischer (33, "Harter Brocken") gibt ihre Ada sehr chaotisch und erfrischend burschikos. Christina Athenstädt (41, "Familie Dr. Kleist") spielt ihre Figur charmant, direkt und klar. Sie blinzelt nicht, schaut andere nicht direkt an, und sie trägt keine getönte Brille (wie das ihr Kollege Philipp Hochmair in der Krimireihe "Blind ermittelt" macht).

Die Serie ist inspiriert durch ein reales Vorbild. Die blinde Anwältin Pamela Pabst lebt und arbeitet in Berlin. Sie schrieb die Autobiografie "Ich sehe das, was ihr nicht seht". Die Headautoren Andreas Fuhrmann und Oliver Philipp sorgen für freche Dialoge wie "Sehen Sie doch selbst!" - "Das kann ich gerade nicht".

Die Serie zeigt, warum blinde Menschen ganz besonders auf die Beschaffenheit des Bodens achten und dass bei ihnen der Gehör- und Geruchssinn eine sehr viel wichtigere Rolle spielt. So ist hier die Blindheit nicht als Behinderung, sondern als Eigenschaft zu sehen. Der Stock ist zudem weniger für den Blinden, sondern vielmehr für die anderen Menschen da, zur Warnung und besseren Wahrnehmung. Manchmal kann es auch für Sehende durchaus besser sein, gewisse Dinge nicht in erster Linie zu sehen - sondern einfach mal richtig zuzuhören.

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