Hamburg (dpa) - Die "Tatort"-Kommissare Axel Prahl (Münster) und Dagmar Manzel (Franken) haben das Stadtleben gegen viel Arbeit auf dem Land eingetauscht. Zumindest im Film.

Für den Film "Gloria, die schönste Kuh meiner Schwester" standen die beiden Schauspieler gemeinsam in Brandenburg als Geschwister vor der Kamera. Die Tragikomödie wird am Freitag (27. September, 20.15 Uhr) im Ersten ausgestrahlt.

Dagmar Manzel (61) hat sich dabei gleich zweimal verliebt. Einmal verfällt sie als Jutta im Film dem Futtermittelhändler Gerd (Max Hopp). Und zum zweiten hat es sie selbst bei den Dreharbeiten auch erwischt. "Ick hab' mich och echt een bisschen verknallt in die", gibt Manzel im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg lächelnd zu.

Das Tier sei nicht nur sehr hübsch, sie habe auch einen tollen Charakter und eine unglaubliche Ruhe am Set ausgestrahlt: "Ich hab' von ihr auch viel gelernt. Ihr Briefing war wohl, mich runterzukriegen. Ich hatte nie Angst. Es stimmte einfach zwischen uns."

Dass die Harmonie zwischen den beiden stimmt, kommt auch im Film gut rüber. Bäuerin Jutta bewirtschaftet allein den alten Hof ihrer Eltern in einem 400 Seelen-Dorf in Brandenburg und kämpft dabei um jeden Euro. Ihre ganze Leidenschaft steckt sie in Preiswettbewerbe und in ihre Kuh Gloria, die schönste Kuh Brandenburgs. Da wird shampooniert, gewaschen, der Gleichschritt trainiert und Verdautes allmorgendlich im Eimer aufgefangen. Juttas Welt funktioniert, bis ihr Bruder Thomas (Prahl) auftaucht und die Hälfte seines Erbes einfordert.

"Gloria, die schönste Kuh meiner Schwester" dreht sich nicht nur um Heimat, Familie, Liebe und Landleben. Nebenbei streift der launige und in prächtigen Bildern gezeichnete Film (Kamera: Andreas Höfer) auch die Themen Verödung ländlicher Regionen, Aufkauf kleiner Höfe durch reiche Großbauern, Arbeitslosigkeit sowie den Umgang mit Homosexualität auf dem Land. Gedreht wurde der Film im Frühsommer 2018 in der Umgebung von Berlin, Potsdam und in der Märkischen Schweiz.

"Gut beobachtend, zwar mit einem ironischen Unterton bisweilen, aber nie denunzierend" sei der Film des Autors und Regisseurs Ingo Rasper geworden, findet Axel Prahl (59). Für ihn und Manzel sei es tief beeindruckend gewesen, wie viel Arbeit doch auf einem Bauernhof nötig ist.

Manzel hat es unglaublich Spaß gemacht, das Landleben erleben, Melken lernen und Traktor fahren zu dürfen, wie sie sagt. Es sei ihr aber auch klar geworden: "Es ist wirklich ein harter Job. Wenn die Landwirte das nicht mit Leidenschaft für ihre Tiere machen würden, würden sie das nicht durchstehen. Da hab ich wirklich tiefsten Respekt davor."

Und nicht nur das. Auch beim Einkaufen hängen den beiden die Dreharbeiten noch nach. Prahl: "Da kriegt man schon eine etwas andere Einstellung dazu, wenn man sich im Supermarkt die Milch aus dem Regal nimmt. Da weiß man: Da steckt ein Haufen Arbeit dahinter."

Für Manzel ist die Begegnung mit ihrer Filmkuh nach dem letzten Drehtag nicht gleich zu Ende gegangen: Eines ihrer Kälbchen ist nach der Fernseh- und Theaterschauspielerin benannt worden. "Den Taufnamen durfte ich raussuchen." Sie entschied sich für Lotti.

Gloria, die schönste Kuh meiner Schwester