München (dpa) - Mit unbändiger Lebenslust stürzt sich die 17-jährige Jana ins Abenteuer - und bringt sich damit immer wieder in Lebensgefahr. Das Mädchen hat einen Herzfehler und darf sich eigentlich nicht anstrengen. Dann trifft es Rock, ein wildes, ungezähmtes Pferd. Die beiden scheinen seelenverwandt.

Die Begegnung ändert Janas Leben - und das des Pferdebesitzers Paul. Das Erste zeigt den anrührenden Familienfilm "Mein wildes Herz - Alles auf Sieg" am Samstag um 20.15 Uhr. In den Hauptrollen überzeugen Lena Klenke und Dieter Hallervorden.

Als hätten sie sich gesucht und gefunden: Paul braucht jemanden, der sein wildes Pferd Rock bändigen kann, und Jana liebt das Risiko. Eine Herz-OP verweigert sie und treibt damit ihre übervorsichtigen Eltern (Annette Frier, Michael Lott) in die Verzweiflung. "Sie gibt gerne Vollgas", sagt der Arzt Dr. Korten (Johann von Bülow) über Jana. Und die will sich "nicht mehr aufschneiden lassen". Heimlich trifft sich die Jugendliche mit Pferdetrainer Paul Brenner. Sie hat ihr Herz an Rock verloren.

Pauls Pferdehof ist quasi pleite. Er braucht dringend 80.000 Euro. Ein Sieg bei einem Pferderennen könnte ihn finanziell retten. Als er sieht, wie "Rock" auf Jana reagiert, wittert er seine Chance. Binnen zwei Monaten will er aus Jana einen weiblichen Jockey machen. Und die macht bei dem waghalsigen Unterfangen nur zu gerne mit. Ihren Herzfehler verschweigt sie Paul.

Für den Schauspielstar Hallervorden ("Honig im Kopf", "Das letzte Rennen") liegt der Reiz des Filmes "auf dem schmalen Grat zwischen Schmunzeln und Zutiefstberührtsein", wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Lena Klenke spielt das hervorragend." Die junge Darstellerin zieht das Publikum mit ihrem eindringlichen Spiel in den Bann. Mit Hallervorden als kauzigem, alten Haudegen bildet sie ein ungleiches Duo, das doch so viel gemeinsam hat.

"Ich persönlich liebe Herausforderungen", sagt Hallervorden im Interview. "Noch mehr natürlich deren Bewältigung!" Der Wagemut sollte aber natürlich immer mit realistischer Einschätzung meiner Möglichkeiten verbunden sein, sagt er. Im Film gehen Paul und Jana über ihren Grenzen. "Gibst Du immer so schnell auf, wenn Du mal auf die Nase fliegst", raunzt Paul die Jugendliche an, als sie im Training vom Pferd fällt. Die Situation spitzt sich zu.

Dem Regisseur Hanno Olderdissen gelingt eine einfühlsame Verfilmung des Dramas mit Spannung, Humor und Herz - ohne dabei kitschig zu werden. Im Herbst 2017 war der Film bereits in den Kinos zu sehen. Von der Deutschen Film- und Medienberwertung in Wiesbaden erhielt er das Prädikat "besonders wertvoll".

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