Heyrothsberge l Eine Gruppe gut gelaunter Männer kommt strahlend auf Dirk Klocke zu. „Wir wollten uns nur noch mal bedanken für das Festival. Es ist großartig hier“, freuen sich die Besucher des Rock‘n‘Roll-Festivals Summershelter. Dirk Klocke vom Organisationsteam freut sich sichtlich über das Lob der Gruppe. Es soll nicht das einzige bleiben bei dem Rundgang über das Gelände. Von Freitag bis Sonntag fand auf dem ehemaligen Bunker-Gelände in Heyrothsberge das siebte Summershelter-Festival statt. Ob das Event wegen der Corona-Pandemie überhaupt stattfinden würde, wusste das Team des Vintage-Geschäfts Subkultur monatelang nicht. Dann gab es grünes Licht von den Behörden, und das Team begann in Windeseile mit der Organisation des Festivals. „Wir waren schon Wochen vorher hier, denn es gab einiges zu tun“, berichtet Dirk Klocke. Auf dem Festivalgelände wachsen - anders als auf vielen anderen Veranstaltungsflächen - viele Bäume. Vergangene Stürme hatten dort Schäden hinterlassen und ehe Bühne, Bars und Stände aufgebaut werden konnten, mussten die Organisatoren erst einmal Äste und Baumstämme aus dem Weg räumen. Bis kurz vor Festival-Beginn liefen die Vorbereitungen, und alles war auf den Punkt fertig, als die ersten Besucher am Freitag Nachmittag vor dem Eingang standen.

Rund drei Wochen haben die Organisatoren regelrecht auf dem Gelände gewohnt, erklärt Dirk Klocke und deutet auf seinen Wohnwagen im Hintergrund.

Mehrere Künstler zeigen ihre Werke

Musik war natürlich ein wichtiger Aspekt des Festivals, aber auch Mode und Autos standen im Fokus. Auch Kunstliebhaber bekamen einiges zu sehen. Künstler von Art4Worx aus Berlin sind angereist und sprühen vor interessierten Zuschauern live Bilder mit Farbdosen auf die Leinwand. Und auch Hartmut Kretz zeigt seine Werke. Er hat sich auf Mosaike spezialisiert. „Ich war mit meiner Kunst schon auf vielen, auch deutlich größeren Veranstaltungen, aber hier merkt man wirklich das Interesse und die Leidenschaft der Leute“, freut er sich über den regen Zuspruch der Besucher. „Ich habe schon einige Reservierungen und Verkäufe hinbekommen. So kann das gern weiter gehen“, lacht der Leipziger. Auch Sabrina Mertens schaut interessiert auf die Mosaike von Hartmut Kretz. Ob sie eines kaufen wird, weiß sie noch nicht. „Es sind einfach zu viele schöne Motive“, meint sie. Sie ist mit ihrem Partner aus Gifhorn angereist. „Hauptsächlich wegen der Musik, aber auch wegen der Kostüme“, erklärt sie. Normalerweise besucht sie im Sommer mehrere Festivals. „Aber in diesem Jahr findet ja leider wirklich wenig statt. Da waren wir so froh, als wir gehört haben, dass wenigstens das Summershelter stattfindet.“ Dreimal waren sie schon bei diesem Festival. „Und wenn es geht, kommen wir natürlich auch noch weitere Male“, kündigt sie an.

Bilder

Dass die Besucher von weiter her anreisen, sei nichts Ungewöhnliches, berichtet Dirk Klocke. „Es kommen Leute aus Bayern oder Nordrhein-Westfalen. Und ich habe heute schon eine Menge anderer exotischer Kennzeichen auf dem Parkplatz oder Campingplatz gesehen.“ Ein wenig Vorsicht merkt man den Besuchern schon an. Die Desinfektionsspender werden rege benutzt, und viele Menschen halten Abstand zu den anderen Besuchern.

Begeisterte Zuschauer trotz Corona-Auflagen

„Natürlich passen wir alle auf“, erklärt Dirk Klocke. „Aber man merkt eben auch, dass die Leute hier einfach eine schöne Zeit haben wollen und nicht durchgehend an Corona denken möchten. Wir möchten hier Spaß haben und ein wenig unseren Leidenschaften frönen.“

Auf der Bühne steht am Sonnabend Nachmittag die Band „Die Firma Rock‘n‘Roll“. Diese animiert einige Paare, auf der Fläche vor der Bühne das Tanzbein zu schwingen. Auch Sänger Bun-Jon Winkelmann konnte das Festival kaum abwarten.

„Wir hatten in diesem Sommer eigentlich viel vor mit der Band, aber es ist nahezu alles ausgefallen, deswegen waren wir richtig euphorisch, als wir dann wussten, dass wir auf dem Summershelter spielen können“, berichtet der Hamburger Musiker.

Auch Mode darf beim Festival nicht fehlen

Unterbrochen wird das musikalische Programm gelegentlich für Modenschauen. Auch wenn viele Besucher bereits stilecht in Kleidung der 1950er Jahre gekommen sind, gibt es doch immer Bedarf, das Outfit noch etwas zu verschönern. Wer das Richtige an den Models entdeckt, kann die Kleidung auch gleich vor Ort kaufen.

Accessoires gibt es bei Victoria Penter aus Magdeburg. Sie bietet an ihrem Stand kleine Taschen für die Damen und Fliegen für die Herren an. Alles handgemacht, erklärt sie stolz.

Nach vielen Shows, Auftritten, Modenschauen und Tänzen ging schließlich das Summershelter am Sonntag Abend zu Ende.

Und die Gäste waren sich einig, dass der Besuch in ihrer Sommerresidenz trotz der schwierigen Voraussetzungen auch in diesem Jahr ein gelungenes Fest war.