Berlin (dpa) - DFB-Präsident Reinhard Grindel hofft trotz der internationalen Boykott-Diskussionen auf einen Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Fußball-WM in Russland.

"Wir freuen uns über jede Unterstützung, auch die von Angela Merkel", sagte der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete in einem Interview der "Nordwest-Zeitung".

Regierungsvertreter aus Großbritannien und Island hatten nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal angekündigt, die Weltmeisterschaft (14. Juni bis 15. Juli) boykottieren zu wollen. Merkel hat sich noch nicht explizit zu ihren Reiseplänen im Sommer geäußert. Die Kanzlerin ist ein großer Fan der DFB-Auswahl und war bei den Turnieren 2010 nach Südafrika und 2014 nach Brasilien gereist.

Grindel betonte, dass es im Vorfeld der WM einen Austausch mit der Bundesregierung geben werde. "Möglicherweise wird da das Thema eine Rolle spielen", sagte der DFB-Chef.

Eine erfolgreiche Titelverteidigung werde für die Nationalmannschaft schwerer als der WM-Sieg vor vier Jahren, meinte Grindel. Auch bei einem Scheitern im Viertelfinale, wolle er aber die Zusammenarbeit mit Bundestrainer Joachim Löw fortsetzen, versicherte der Verbandschef.

Interview-Grindel in "Nordwest-Zeitung" (Bezahlschranke)