Tangermünde l Florian Stark ist Abwehrstratege und Vizekapitän beim Fußball-Landesligisten Saxonia Tangermünde. Das Team steht derzeit auf dem ersten Platz der Tabelle. In der Corona-Zwangspause sprach die Volksstimme mit dem 22-Jährigen.

Volksstimme: Herr Stark, Saxonia Tangermünde ist als Aufsteiger derzeit Landesliga-Spitzenreiter. Haben Sie auch nur im Ansatz vor der Saison damit gerechnet?

Florian Stark: Ich denke, damit hat keiner so wirklich gerechnet. Klar waren wir letzte Saison sehr gut drauf, aber wir waren natürlich erst einmal darauf bedacht, uns in der Landesliga zu etablieren und den gestandenen Landesliga Mannschaften Paroli zu bieten. Das ist uns auch besser als erwartet gelungen. Jedoch erwarten uns, wenn es denn mal mit dem Fußball wieder losgehen sollte, noch schwerere Spiele, da die anderen Mannschaften jetzt einen umso größeren Ansporn haben uns zu schlagen, was wir auch gegen Kleinmühlingen Zens schmerzhaft feststellen mussten.

Die Mannschaft soll sich auch außerhalb des Fußballs gut verstehen. Richtig?

Das kann ich nur bestätigen. Wir sind eine super eingeschworene Truppe und machen natürlich auch in unserer Freizeit was zusammen oder feiern ausgelassen Mannschaftsabende. Ich denke, dass das auch auf dem Platz zu sehen ist, dass jeder für den anderen mitläuft und auch bei Fehlern nicht gleich gemeckert wird. Auch die Neuzugänge haben sich sehr gut in die Mannschaft eingefügt, leider ist Aaron Kaul seit dem zweiten Vorbereitungsspiel verletzt, aber ich denke, dass wenn er zurückkommt, er uns noch mehr Schwung ins Spiel nach vorne geben wird.

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In den Schlagzeilen stehen meistens die Stürmer, weniger die Abwehrspieler. Stört Sie das?

Nein, das stört mich nicht. Um zu gewinnen, muss man halt Tore schießen - und das fällt meist auf die Stürmer zurück. Logisch, dass diese auch besonders hervorgehoben werden. Natürlich würde es mich persönlich als Abwehrspieler freuen, wenn die Defensivleute auch das ein oder andere Mal mehr Anerkennung bekommen würden, aber darum geht es beim Fußball nicht. Es geht viel mehr um die Mannschaftsleistung, die abgerufen wird und dafür ist das ganze Team wichtig.

Sie haben ein für diese Klasse hervorragendes Kopfballspiel. Ist das Talent oder hartes Training?

Speziell trainiert habe ich das nicht, aber ich denke, dass man sich das aneignet, wenn man wegen seiner Position und Größe in viele Kopfball-Duelle gehen muss.

Weiterhin sind Sie im Team der Elfmeterschütze. Haben Sie Nerven aus Stahl?

Ich denke, mir hilft beim Elfmeter die Tatsache, dass ich mich komplett auf diesen konzentriere und in dem Moment alles um mich herum ausblende. Aber natürlich haben bei mir auch schon das ein oder andere mal die Nerven geflackert.

Wieviel Prozent haben Sie schon verschossen?

Das kann ich nicht genau sagen, ich habe, glaube ich, seitdem ich bei Saxonia Tangermünde spiele um die 25 Elfmeter geschossen und einen davon verschossen, das war leider diese Saison im Elfmeterschießen gegen Burg.

Sie waren in der Vorsaison einige Zeit lange krank. Haben Sie Unterstützung von Saxonia oder der Mannschaft bekommen?

Ja natürlich, die Mannschaft und die Trainer haben mich super unterstützt und mir geholfen wieder fit zu werden. Sie waren am Anfang auch nachsichtig, als noch nicht alles so richtig klappen wollte und haben mich zu keiner Zeit unter Druck gesetzt.

Als Sie vor fünf Jahren als Kapitän der A-Junioren des 1. FC Lok Stendal nach Tangermünde gewechselt sind, was waren da die Beweggründe?

Ich denke, damals wollte ich mich auf die Schule konzentrieren und da hat es gepasst, dass von Tangermünde zeitgleich die Anfrage kam. Dort konnte ich mich dann voll und ganz auf die Schule konzentrieren, aber zeitgleich auch weiter ohne Probleme Fußball spielen. Natürlich hatte ich auch schon damals viele Freunde in dem Verein, was mir meine Entscheidung auch erleichtert hat.

Sie hatten im Sommer erneut an Angebot vom 1. FC Lok. Hand aufs Herz, wie lange haben Sie überlegt? Was gab den Ausschlag für Tangermünde?

Ja das war zugegebener Maßen keine leichte Entscheidung. Wie oft bekommt man schon ein Angebot von der Landesklasse in die Oberliga zu wechseln? Natürlich ist es auch mein Ziel so hoch wie möglich zu spielen und ich hätte die Herausforderung auch angenommen und alles dafür gegeben, um in der Startelf zu stehen. Jedoch bin ich jetzt 5 Jahre im Verein und wie schon gesagt, verstehen wir uns auf und neben dem Platz fast blind. Da ist es schwer, einen solchen Schritt zu machen. Hinzu kommt natürlich, dass wir einen sehr guten Fußball letzte Saison gespielt haben und ich Potenzial gesehen habe, dass wir uns schnell in der Landesliga etablieren und vielleicht nach einigen Jahre oben mitspielen und vielleicht sogar aufsteigen können. Die beiden Sachen haben mich dann am Ende bewegt zu bleiben.

Jetzt ist Zwangspause: Wie halten Sie sich fit?

Ich gehe laufen, mache ein wenig Fitness und versuche, ab und zu einen Ball am Fuß zu haben, mehr ist ja zurzeit leider nicht möglich.

Was erhoffen Sie sich für die Zukunft, Sportlich und beruflich?

Sportlich erhoffe ich mir natürlich, dass wir unseren positiven Trend nach der Pause aufrechterhalten können. Beruflich mache ich gerade ein Studium und hoffe natürlich auch da auf maximale Erfolge.